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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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281 Südtirol zwischen Österreich und Italien in den 1930er Jahren Forderungen der Minderheit entgegenkommen. Mussolini hielt dazu fest: Ich antwortete ihm lediglich, dass ich mich an seine Worte erinnern werde. Wenn ich eine Politik verfolge, die auf Freundschaft gegenüber einem Staat basiert, dann bin ich bereit, diese unter Beweis zu stellen.9 Spätestens nach dem Februarputsch 1934 und der Zerschlagung der Sozialdemokratie gab es für das Dollfuß-Regime außenpolitisch tatsächlich kaum noch Alternativen zu Italien als Bündnispartner. Das faschistische Re- gime in Rom schirmte somit, zumindest ein Stück weit, vor nationalsozialis- tischen Übergriffen ab – innen- wie außenpolitisch. Erster wichtiger Schritt, die Integrität des Landes zu erhalten, war die Unterzeichnung der Römischen Protokolle am 7. März 1934 durch Mussolini, Dollfuß und den ungarischen Ministerpräsident Gyla Gömbös sowie deren Ergänzung durch wirtschaftli- che Vereinbarungen im Mai desselben Jahres. Sowohl für Österreich als auch für Ungarn waren die Protokolle ein Versuch, ihre Eigenständigkeit zu be- wahren, hieß es doch im ersten der Protokolle, es ginge um die Förderung der Grundlage der Achtung der Selbständigkeit und der Rechte jedes einzelnen Staates10. Italien wiederum wollte durch die Verträge seinen Einfluss im Donauraum ausbauen und den Expansionsbestrebungen des Deutschen Reiches in diese Richtung Einhalt gebieten11. Die Wirkung der Römischen Protokolle sollte schon kurz nach der Unterzeichnung auf die Probe gestellt werden, denn unmittelbar nach dem Juli-Putsch des Jahres 1934, bei dem Kanzler Engelbert Dollfuß ermordet wurde, ließ Mussolini, quasi als Drohgebärde gegenüber Deutschland und als Schutz für Österreich, italienische Truppen am Brenner aufmarschie- ren. Beäugte der neue Bundeskanzler des diktatorischen Ständestaats, Kurt Schuschnigg, zunächst diese Form der freundschaftlichen Unterstützung Italiens kritisch, so bemühte sich die österreichische Regierung in Folge der Juli-Ereignisse dennoch um den Abschluss eines Paktes mit Rom, London 9 Ebd. (Übers. d. Verf.) 10 NO 3554 – Protokoll I, Zwischen Österreich, Ungarn und Italien. Gezeichnet in Rom, am 17. März 1934 (deutsche Fassung), in: League of Nations Treaty Series 1934, hrsg. von The World Legal Information Institute o.D., [http://www.worldlii.org/int/other/ LNTSer/1934/241.html], letzter Zugriff 12.01.2018. 11 Alexander Lassner, The Foreign Policy of the Schuschnigg Government 1934–1938. The Quest for Security, in: The Dollfuss/Schuschnigg Era in Austria. A Reassessment, hrsg. von Anton Pelinka, Günter Bischof, Alexander Lassner (= Contemporary Austrian Studies 11, Somerset 2003) 163–186, hier 163 ff.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
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