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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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285 Südtirol zwischen Österreich und Italien in den 1930er Jahren Betätigungsverbotes boten Zugeständnisse auf politischem, wirtschaftli- chem und kulturellem Gebiet zunehmend Spielräume für die Ausbreitung des Nationalsozialismus in Österreich22. Die Verhandlungen zwischen Deutschland und Österreich, die von Seiten Österreichs angestrebt worden waren, um die Tausend-Mark-Sperre zu beseitigen und den innenpolitischen Druck der Nationalsozialisten einzu- dämmen und das daraus resultierende Juliabkommen von 1936 sind also auch im Lichte dieser Entwicklungen zu sehen. Letzteres bekräftigte somit, dass die Beziehungen der beiden Staaten sich fortan wieder „normal und freund- schaftlich“ gestalten sollten. Grundsatz des Abkommens bildete jedoch der erste Absatz, in dem festgehalten wurde: Im Sinne der Feststellungen des Führers und Reichskanzlers vom 21. Mai 1935 anerkennt die Deutsche Reichsregierung die volle Souveränität des Bundesstaates Österreich.23 Was folgte waren allerdings geheime Vereinbarungen, die den Handlungsspielraum der Schuschnigg-Re- gierung deutlich einschränkten. Nicht nur wollte Berlin über jeden außenpo- litischen Schritt Wiens informiert werden, es wurde auch die Intensivierung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden deutschen Staaten einge- leitet. Innenpolitisch versprach Schuschnigg eine politische Amnestie für die „nationale Opposition“, also die pro-nationalsozialistischen Kräfte im Land und deren Einbindung in die Regierung24. Das Entgegenkommen an das Deutsche Reich befriedete in Folge jedoch we- der die Nationalsozialisten in Österreich noch verringerte es den Druck des Deutschen Reiches auf den Alpenstaat. Das Berchtesgadener Abkommen vom Februar 1938 kam daher auch einer Aufgabe Schuschniggs und einem völligen Scheitern seiner Außenpolitik gleich. Der Weg für den „Anschluss“ am 12. März 1938 war damit vorgezeichnet25. Am 27. Februar hielt Mussolini in einer Aktennotiz fest: Es ist in erster Linie Österreichs Aufgabe, durch Taten zu beweisen, dass es selbständig sein und bleiben will. Zwar sei Österreichs Selbständigkeit immer noch vordergründi- ges Interesse Italiens, doch reiche die Verteidigung dieser Unabhängigkeit nicht aus, einen Krieg zu riskieren. Sie genüge nicht einmal, um die stra- 22 Tálos, Das austrofaschistische Österreich 34–39. 23 Zit. n. Hopfgartner, Kurt Schuschnigg 167. 24 Ebd.169 ff. 25 Tálos, Das austrofaschistische Österreich 35–28.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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