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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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289 Südtirol zwischen Österreich und Italien in den 1930er Jahren wurde Italien damit zum wichtigsten Protektor und Förderer des austrofa- schistischen Österreich und dessen wichtigsten außenpolitischen Ziels, der Eigenständigkeit. Letztere sollte unter anderem durch den Aufbau eines fa- schistischen Staates nach italienischem Vorbild garantiert werden34. Mussolini wiederum drängte nach einer ersten Annäherung an die Dollfuß-Regierung unverblümt auf die Faschisierung Österreichs und daher spätestens ab 1933 auf die Beseitigung der politischen Opposition. Besonders war ihm die Ausschaltung der Sozialdemokratie – später sollte es die Abwehr der Bolschewisierung Österreichs sein – ein Anliegen. Ebenso ermutigte er den Bundeskanzler wiederholt zur Einrichtung totalitärer Organisationen, wie etwa von Jugend- und Frauenorganisationen. In einem Schreiben vom 1. Juli 1933 lobte Mussolini daher nicht nur die Fortschritte, die Dollfuß in- nenpolitisch erzielt habe: Ich halte die Bildung einer Vaterländischen Front für eine ausgezeichnete Idee und bin der Ansicht, dass diese umso erfolgreicher sein wird, solange sich die verschiedenen Parteien, die das österreichische Nationalinteresse befürwor- ten, darauf stützen werden. Mit Freude nahm ich die Nachricht entgegen, dass die Heimwehren – auf die meiner Meinung nach Eure Exzellenz überwiegend zählen sollte, ihren Aufgaben bestens nachkommen und sich perfekt in die von Eurer Exzellenz geführten Politik eingefügt haben.35 Er übermittelte ihm darüber hinaus auch einige „Ideen“, die er für künftigen Entwicklung in Österreich habe. Demnach begrüßte er nicht nur alle not- wendigen Polizeiaktionen gegen die „nationalsozialistische Opposition“, es erschien ihm auch notwendig, mehr denn je in dieser Zeit innenpolitisch ein effektives und grundlegendes Reformprogramm ganz im faschistischen Sinne durchzusetzen. Dies scheint mir angebracht, wenn man einerseits vermeiden will, dass über Österreich be- hauptet wird, es würde nur eine repressive Politik gegenüber einer Bewegung ausüben, die mehr oder weniger unter dem Deckmäntelchen der Nationalflagge 34 Maderthaner, Maier, „Der Führer bin ich selbst“ 7–10. 35 Il Capo del Governo e Ministro degli Esteri, Mussolini, al Cancelliere Federale e Mini- stro degli Esteri Austriaco, Dollfuss, 01.07.1933, in: DDI, Settima Serie: 1922–1935, Volume XII: 1 gennaio – 15 luglio 1933 (Roma 1989) 959 ff. (Übers. d. Verf.)
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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