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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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290 Eva Pfanzelter handelt, und andererseits, um Jugendliche anzuziehen, auf die die Vaterlän- dische Front unbedingt zählen muss, in der Hoffnung, dass sie die Zukunft Österreichs sicherstellen können36. Das wichtigste, so riet Mussolini, sei die Ausschaltung der Sozialdemokratie ungeachtet der Konsequenzen für Parlamentarismus und Verfassung. Alles andere spiele zweifelsohne dem nationalsozialistischen Feind in die Hände37. In seiner Antwort vom 20. Juli 1933 bedankte sich Dollfuß nicht nur ausführ- lich für das signalisierte Wohlwollen, er versicherte darüber hinaus, dass die internen Reformen in Österreich die Umgestaltung des Staates im Sinne eines autoritativen Ständestaates zum Ziel haben und diese nun zügig und ohne Zögern erfolgen müssten. Wichtig erschien Dollfuß in diesem Zusammen- hang auch, den italienischen Regierungschef über die „Vaterländische Front“ zu informieren: Die Vaterländische Front wird auf dem Führerprinzip aufgebaut, Führer der Front bin ich selbst. Die „Vaterländische Front“ bezweckt den überparteili- chen Zusammenschluss aller heimattreuen Österreicher zur friedlichen, kul- turellen und wirtschaftlichen Entwicklung eines freien selbständigen öster- reichischen Staates.38 Wie wichtig diese gemeinsame Abwehr des Nationalsozialismus auch im ideologischen Sinne war, zeigte sich neuerlich beim Aufmarsch italienischer Truppen am Brenner nach der Ermordung Dollfuß’ im Juli 1934. Das militäri- sche Aufgebot war nicht alleine als Signal für die Verteidigung der Grenze zu werten, es unterstrich auch die Bedeutung der Eigenständigkeit Österreichs. Österreich galt somit als Garant der Brennergrenze. Der Austorfaschismus war gleichzeitig aber auch ideologisch als (beeinflussbares) Ziehkind zu sehen. Diese ideologisch-strategischen Überlegungen spielten besonders zu Beginn der Regierung Dollfuß 1933/34 eine zentrale Rolle. Mit der Ermordung 36 Ebd. (Übers. d. Verf.) 37 Ebd. 38 Dollfuß an Mussolini, 22.07.1933 [sic! Datum muss 20.7.1933 lauten], in: Madertha- ner, Maier, „Der Führer bin ich selbst“ 30–36; sinngemäß auch die Übersetzung ins Italie- nische, allerdings mit richtigem Datum: Il Cancelliere Federale Austriaco, Dollfuss, al Capo del Governo e Ministro degli Esteri, Mussolini, 20.07.1933, in: DDI, Settima Serie: 1922–1935, Volume XIII: 16 luglio 1933 – 17 marzo 1934 (Roma 1989) 18–22.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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