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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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292 Eva Pfanzelter Mitglieder des „nationalen Lagers“ in den Ministerrat auf. Fortan versuchte er durch Verhandlungen einen Ausgleich mit dem Deutschen Reich zu fin- den, ebenso wie Hitler und Mussolini die Achse Berlin-Rom zu stärken be- gannen. Die Festigung der Achse ermöglichte es Hitler nun auch, gegenüber Österreich einen härteren Kurs einzuschlagen40. Für Mussolini erwies sich zudem Spanien, wo General Francisco Fran- ko 1936 einen Aufstand gegen die republikanische Regierung begonnen hat- te, ideologisch als spannenderes und v.a. empfängliches Spielfeld. Überzeugt von der Nähe des spanischen faschistischen Systems zum italienischen zielte Mussolini nun darauf ab, die rechtsextreme Ideologie zumindest in einem zweiten Mittelmeerstaat aufblühen zu lassen. Österreich, so war der Diktator in Rom mit dem Festigen der Achse zunehmend geneigt zu glauben, könne sich letztlich dem Einfluss Deutschlands schwer entziehen, v.a. da sich seine Dialogbereitschaft mit Frankreich und der Tschechoslowakei offensichtlich in Grenzen hielt. Gleichzeitig fiel für Mussolini die nur halbherzige pro-ita- lienische Politik der Schuschnigg-Regierung zunehmend ins Gewicht. Diese sei vielleicht auf einer diplomatischen Ebene vorhanden, doch Schuschnigg trage wenig dazu bei, dass Italien auch in der Öffentlichkeit als freundschaft- licher Nachbar wahrgenommen werde. Das entsprach vielleicht tatsächlich der Haltung Schuschniggs, der einer „gesamtdeutschen Ideologie“ nicht grundsätzlich abgeneigt gegenüber stand und damit die Verteidigung der „österreichischen Nation“ nur halbherzig betrieb41. Daher hatte Schuschnigg dem Vorwurf, die italienische Idee zu wenig zu fördern, wenig entgegen zu halten und er merkte daher nicht, dass sich Italien zunehmend von der Unter- stützung der Selbständigkeit Österreichs entfernte. Viel mehr noch änderte sich die Politik Mussolinis weg von einer totalen Ablehnung des „Anschlus- ses“ Österreichs an das Deutsch Reich hin zu einer unaufgeregten Duldung desselben42. Als am Vorabend des „Anschlusses“, dem 11. März 1938, Mussolini von Hitler einen Brief erhielt, in dem dieser die fatalen Folgen der Schusch- nigg-Regierung für das österreichische Volk und die Entwicklung des öster- 40 Hopfgartner, Kurt Schuschnigg 173–194. 41 Dieter A. Binder, Heinrich Schuschnigg, „Sofort vernichten“. Die vertraulichen Briefe Kurt und Vera von Schuschniggs 1938 – 1945 (Wien 1997) 11–14. 42 Di Nolfo, Die österreichisch-italienischen Beziehungen 221–225.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
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