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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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293 Südtirol zwischen Österreich und Italien in den 1930er Jahren reichischen Staates als Grund für das Eingreifen des Deutschen Reichs nann- te, war für den italienischen Diktator nur noch die Passage in dem Brief von zentraler Bedeutung, in der Hitler die Brennergrenze garantierte: Möge das österreichische Volk seines eigenen Schicksals Schmied sein! Un- abhängig davon, wie diese Abstimmung zu erfolgen hat, eines möchte ich nun Ihnen, Eurer Exzellenz, dem Duce des faschistischen Italiens, hoch und heilig versichern, […]. Was immer die bevorstehenden Ereignisse für Folgen ha- ben werden, habe ich eine eindeutige Grenzlinie zwischen Deutschland und Frankreich gezogen und eine genauso eindeutige Grenze ziehe ich jetzt zu Italien: Den Brenner. Diese Entscheidung darf nie in Frage gestellt oder an- gefochten werden. Diese Entscheidung traf ich nicht im Jahr 1938, sondern gleich nach dem Großen Krieg und nie habe ich ein Hehl daraus gemacht.43 Mit Argusaugen wurde danach vor allem das Verhalten der Nationalsozia- listen in Innsbruck beobachtet, da verschiedene Personen berichteten, die Tiroler hätten die deutschen Truppen aufgefordert, einfach Richtung Süden weiterzumarschieren auch noch und Südtirol ins Deutsche Reich aufzuneh- men. Bekanntlich entsprach dies jedoch nicht Hitlers politischen Absichten. Wirtschaftliche Dimension Eng verbunden mit den oben beschriebenen politischen und ideologischen Gründen für eine Annäherung Italiens und Österreichs trotz des Südti- rol-Problems waren ökonomische Entwicklungen, oder besser gesagt, Öster- reichs massive wirtschaftliche Schwierigkeiten in der Zwischenkriegszeit. Gleichzeitig war auch für Italien in den 1930er-Jahren eine Zusammenarbeit sowohl mit Österreich als auch mit Ungarn von ökonomisch nachhaltigem Interesse. Nicht umsonst drängte bereits Ende der 1920er-Jahre Italien auf eine Zollunion der drei Länder und intensivierte ab 1932 diese Bemühungen. Gleichzeitig scheiterte die revisionistische Absicht der Zollunionsbestrebun- gen mit Österreich von Seiten Deutschlands nicht nur am Widerstand des Völkerbundes, sondern auch an der österreichischen Industrie. In der Welt- 43 Il Cancelliere del Reich, Hitler, al Capo del Governo, Mussolini. Lettera segreta 11.03.1938, in: DDI, Ottava Serie: 1935–1939, Volumen VIII: 1 gennaio – 23 aprile 1938 (Roma 1999) 344 ff. (Übers. d. Verf.)
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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