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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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294 Eva Pfanzelter wirtschaftskrise ging der österreichische Außenhandel um zwei Drittel zu- rück. Der folgenschwere Zusammenbruch der größten Bank Mitteleuropas, der Creditanstalt, destabilisierte 1931 die wirtschaftliche Grundlage aller ge- sellschaftlichen Gruppierungen zusätzlich44. Insbesondere die Sozialdemo- kratie bekam massiv die negativen Folgen der Krise für die Organisation in Gewerkschaften und Partei zu spüren, was sich auch in den folgenden poli- tischen Entwicklungen zeigte. Äußerst negativ wirkte sich die Krise auf den Arbeitsmarkt aus, die Arbeitslosenrate stieg von 8,8 Prozent 1929 auf beinahe 26 Prozent 193345. Trotz protektionistischer Wirtschaftspolitik des Austrofaschismus, der eine Besserung besonders im landwirtschaftlichen Sektor mit sich brach- te, erholte sich die österreichische Wirtschaft nur zögerlich. Kennzeichen des wirtschaftspolitischen Handelns waren dabei Protektionismus, Dirigis- mus und Liberalismus, wobei von einer zielgerichteten, konsequenten Wirt- schaftspolitik in der Zeit zwischen 1934 und 1938 nicht die Rede sein kann46. Die Außenhandelsbeziehungen blieben auf einem niedrigen Niveau und die Arbeitslosenrate besserte sich nach 1933 nur wenig und blieb hoch. 1937 lag sie immer noch bei 22 Prozent. Die arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen der Regierungen Dollfuß und Schuschnigg waren demnach auch auf Arbeits- platzbeschaffung fokussiert. Allerdings gelang es, die Schilling-Währung stabil zu halten47. Dass daher wirtschaftliche Verhandlungen mit Italien florierten, war unter diesen Umständen besonders willkommen. Bekanntlich mündeten sie in den Römischen Protokollen von 1934 und deren Erweiterungen 1936. Sie bestanden aus drei Einzelprotokollen und einem geheimen Zusatzdo- kument: Im ersten Protokoll, dem politischen, verpflichten sich die Partner zur gegenseitigen Förderung wirtschaftlicher Zusammenarbeit. Italien als 44 Jens-Wilhelm Wessels, Economic Performance and Micro-Economic Development in Aus- tria, 1929–1938, in: Pelinka, Bischof, Lassner, The Dollfuss/Schuschnigg Era 93–121, hier: 93 f. 45 Binder, „Austrofaschismus“ 579–581; Emmerich Tálos, Das austrofaschistische Herr- schaftssystem. Österreich 1933 – 1938 (= Politik und Zeitgeschichte 8, Wien–Berlin 2013) 313– 317. 46 Gerhard Senft, Neues vom „Ständestaat“? Anmerkungen zur Wirtschaftspolitik im Austrofaschismus, in: Wenninger, Dreidemy, Das Dollfuß/Schuschnigg-Regime 243–256, hier: 246–249. 47 Gerhard Senft, Economic Development and Economic Policies in the „Ständestaat“ Era, in: Pelinka, Bischof, Lassner, The Dollfuss/Schuschnigg Era 32–55, hier: 44 f.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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