Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Nach 1918
Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Seite - 299 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 299 - in Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert

Bild der Seite - 299 -

Bild der Seite - 299 - in Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert

Text der Seite - 299 -

299 Südtirol zwischen Österreich und Italien in den 1930er Jahren tionalsozialismus ein. Die Propagandatätigkeit des und der Zulauf zu den Illegalen nahm von da an jährlich sprunghaft zu, sodass ab 1937/38 politisch von einer Ablösung des (österreichischen) Deutschen Verbandes durch den (nationalsozialistischen) VKS in der ideologischen Führung der Volksgruppe gesprochen werden kann59. Für Südtirol bedeutet der Nationalsozialismus in den 1930er-Jahren eine Homogenisierung und Uniformierung der Gesellschaft. Provoziert wurde die Haltung durch den italienischen Faschismus, mitgetragen wurde sie durch die Deutschtümelei im Sinne eines „bäuerlichen Deutschseins“. Zeitgleich zu diesem Homogenisierungs- und Integrationsprozess war ein Identitätswechsel zu konstatieren, der vom „österreichisch-deutschsprachigen Südtirolersein“ weg- und zum „volksdeutschen Angehörigen einer großen Gemeinschaft“ hinführt. In den Italienern fand sich das notwendige Feindbild (im Sinne eines Gegenvolkes), in Italien selbst der Erbfeind. Daraus erklärt sich auch in letz- ter Konsequenz die „Dienstbotenrolle“ bzw. die „Treuehaltung“ der Südtiroler gegenüber dem Deutschen Reich in der Option von 193960. 4. Fazit Deutschland löste als Bezugspunkt für die politischen Zukunftswünsche der Südtiroler Österreich spätestens 1933 ab. Für die Südtiroler spielte Österreich danach nur noch eine untergeordnete Rolle. Für Österreich und Italien indes war Südtirol in den 1930er-Jahren zumindest auf dem diplomatischen Par- kett nicht mehr ein entscheidendes Kriterium in der Ausformung ihrer Bezie- hungen. Vielmehr standen jetzt politische, ideologische und wirtschaftliche Interessen und damit zusammenhängende gegenseitige Abhängigkeiten im Vordergrund. Unter diesen Vorzeichen ist Südtirol in das Beziehungsdreieck Deutschland–Österreich–Italien einzuordnen: Südtirol spielte letztlich in den politischen Kalkulationen der Mächte nur insofern eine Rolle, als es als per- manenter Konfliktherd die friedlichen Beziehungen der Nationen zueinan- der störte. Die Lösung dieses Problems kennen wir: Sie hieß Option und Ab- 59 Ebd. 60 Siehe Näheres bei Pallaver, Steurer, Deutsche!
zurück zum  Buch Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert"
Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die schwierige Versöhnung