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Nach 1918
Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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303 Die katholische Kirche in Südtirol 1918–1940 vom April 1914 gleich miterledigt, indem man Italien zusichern ließ, der Hei- lige Stuhl werde nicht als Friedensvermittler akzeptiert werden und auch nicht an einer zukünftigen Friedenskonferenz teilnehmen dürfen7. Obgleich die Bestimmungen des Vertrags nach Kriegsende nicht Eins zu Eins umge- setzt wurden (besonders in Washington schien man nach der vernichtenden Niederlage der Italiener in der Schlacht von Karfreit wenig geneigt, ihnen entgegenzukommen), hielt man bei der Friedenskonferenz doch zumindest an dieser Bestimmung fest. Obgleich dies einerseits für den Vatikan von Vor- teil war, insofern man nicht durch die unglücklichen Friedensverträge des- avouiert wurde, blieb die eigene Position damit doch geschwächt. Das sollte sich nach 1918 auch in der Südtirolfrage erweisen. Von der Neuregelung der gesellschaftlichen Verhältnisse in dem Land blieb man nach 1918 faktisch ausgeschlossen und konnte allenfalls auf das reagieren, was von anderer Sei- te vorgegeben war. 2. Schaffung eines kirchenrechtlichen Provisoriums Durch die Annexion Südtirols war auch die Kirche vor eine schwierige Her- ausforderung gestellt. Der Hauptanteil des Brixner Bistumsgebietes mit Inns- bruck, dem Inntal, dem halben Zillertal, Vorarlberg sowie Osttirol lag nun in Österreich und damit im Ausland. Nur gut ein Drittel der knapp 260.000 Katholiken des alten Bistums lebte südlich des Brenners. An eine effektive Leitung des Nordtiroler Anteils war nicht zu denken. Die Brixner Gebiete südlich des Brenners, die im Wesentlichen das Pustertal, das Wipptal und das obere Eisacktal einschließlich Brixen umfassten, waren als solche kaum lebensfähig. Verwaltung und Priesterseminar schienen nun überdimensio- niert, während in Innsbruck eine Bistumsverwaltung und ein Priestersemi- nar aus dem Boden gestampft werden mussten. Immerhin bestand dort schon an der Universität eine Theologische Fakultät. Vorarlberg hatte bereits eine 7 „France, Great Britain and Russia shall support such opposition as Italy may make to any proposal in the direction of introducing a representative of the Holy See in any peace negotiations or negotiations for the settlement of questions raised by the present war.” The Major International Treaties of the Twentieth Century. A History and Guide with Texts, hrsg. von John Ashley et al. (London 2001) 64 ff., Zitat: 66.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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