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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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319 Die katholische Kirche in Südtirol 1918–1940 er seinen Rücktritt an, denn ein Italiener, der Deutsch spreche, sei angesichts der zu erwartenden Entwicklungen eher am Platz als ein Deutscher, der Itali- enisch spreche wie er. Um das historische Erbe der deutschen Diözese Brixen zu wahren, plädiert er für eine Verlegung des Bistumssitzes nach Innsbruck. Es zeichnet sich bereits seine eigene Entscheidung für die Option ab: Die Aus- wanderer sehnten sich danach, dass ihr Klerus mit ihnen gehe58. Maglione reagierte auf diese Äußerungen, indem er eine neue, gründ- lichere Befragung des Klerus anordnete59. Ansonsten war die Haltung des Vatikans klar: Der Klerus sollte sich in der Frage der Option neutral verhalten und auf seine pastoralen Aufgaben beschränken. Persönlich sollte jeder Kle- riker in der Frage der Option frei wählen dürfen. Die zweite Befragung ging nicht wesentlich anders aus als die erste. Auch im deutschen Anteil von Trient sah es ähnlich aus. Am 4. Juni schrieb Geisler erneut an den Papst: Er wolle nun selbst optieren und nach Deutsch- land gehen. Da er als Optant nicht Bischof einer italienischen Diözese sein könne, bittet er den Papst um seine Entpflichtung60. In dessen Namen lehnte Maglione einen Rücktritt zu diesem Zeitpunkt ab61. Geisler wandte sich am 19. Juni noch einmal an seinen Klerus und er- innerte daran, dass der Heilige Stuhl jedem Priester die freie Wahl zugestehe. Wenn jemand optiere und sein Amt aufgebe, sei er vorerst dem Heiligen Stuhl unterstellt62. Er selbst machte am 25. Juni von dieser Freiheit Gebrauch und unterschrieb zusammen mit seinem Generalvikar den Antrag für eine Op- tion. Ein erhaltenes Foto zeigt, dass er zuvor seinen Bischofsring abgestreift hatte. Die deutsche Presse berichtete überschwänglich von diesem Ereignis. 58 Ebd. 258 f. 59 Ebd., Dok. 52 266 vom 14.5.1940: Der Bischof befragt auf Weisung von Maglione den Klerus; Dok. 54 280–293 vom 3.6.1940: Geisler präsentiert Pius XII. die Ergebnisse der Befra- gung des Klerus und eine Dokumentation über die auswanderungswillige Bevölkerung. 60 Gelmi, Fürstbischof Johannes Geisler, Dok. 55 293 ff. 61 Ebd., Dok. 56 296 f. vom 13.6.1940. 62 Ebd., Dok. 58 298.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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