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Nach 1918
Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Seite - 322 -
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322 Stefan Lechner allem für eine Einschätzung der Bedeutung des Pariser Abkommens in seiner Gesamtheit unerlässlich. Der Artikel 3 a lautet: In der Absicht, gutnachbarliche Beziehungen zwischen Österreich und Ita- lien herzustellen, verpflichtet sich die italienische Regierung, in Beratung mit der österreichischen Regierung binnen einem Jahr nach Unterzeich- nung dieses Vertrages: a) in einem Geist der Billigkeit und Weitherzigkeit die Frage der Staatsbür- gerschaftsoptionen, die sich aus dem Hitler-Mussolini-Abkommen von 1939 ergeben, zu revidieren.3 Während Österreich in der Frage der Ausgestaltung der Autonomie für Süd- tirol kein Mitspracherecht besaß, sollte die Regelung des Optantenproblems in italienisch-österreichischer Absprache erfolgen. Tatsächlich wurde das so- genannte Optantendekret bereits Anfang Februar 1948 und damit vertrags- konform erlassen4. Wie es dazu kam und auch warum die Regelung ziemlich rasch, jedoch trotzdem später als möglich und wohl zu spät erfolgte, steht im Mittelpunkt dieser Ausführungen. Zunächst soll jedoch in wenigen Worten auf die historischen Ereignisse eingegangen werden, die eine Regelung der Staatsbürgerschaft der meisten Südtiroler nach 1945 notwendig machte. Mitte 1939 vereinbarten das Deutsche Reich und das Königreich Itali- en die Umsiedlung der Südtiroler nach Deutschland, die auf freiwilliger Basis erfolgen sollte. Bis Jahresende hatte sich die deutsch- und ladinischsprachige Bevölkerung zwischen der Beibehaltung der italienischen und der Annahme der deutschen Staatsbürgerschaft zu entscheiden. Im Land tobte eine heftige Auseinandersetzung zwischen Gegnern und Befürwortern der Umsiedlung, die auch über den 31. Dezember 1939 hinausging und tiefe Wunden in die Südtiroler Gesellschaft riss. Die Umsiedlung wurde vom Völkischen Kampf- ring Südtirols propagiert, der Organisation der Südtiroler Nationalsozialis- ten. Das Endergebnis von ca. 86 Prozent für die Option interpretierten sie als Plebiszit für Deutschland. Etwa ein Drittel der Optanten, das waren ca. 3 Zit. nach Steininger, Los von Rom 138. 4 Das Pariser Abkommen erlangte erst durch die Unterzeichnung des italienischen Frie- densvertrags am 10. Februar 1947 Rechtswirksamkeit.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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