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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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327 Die Revision der Staatsbürgerschaftsoptionen von 1939 sentlich eingeschränkt22. Andererseits war nun jedoch nicht mehr eine en bloc Behandlung vorgesehen, sondern ein individualisiertes Verfahren um Beibe- haltung bzw. Wiedererwerb der italienischen Staatsbürgerschaft, das wenig Zustimmung fand. Ende August/Anfang September 1946 wurden die deutschsprachigen Mitglieder der Kommission zur Besprechung letzter Details nach Rom einge- laden und der Ministerrat genehmigte den Gesetzentwurf zur Optantenfrage just am 5. September 1946. Eine formelle Beschlussfassung konnte jedoch erst nach der Rückkehr von Ministerpräsident De Gasperi aus Paris erfolgen, der am selben Tag das Pariser Abkommen unterzeichnete. Diese Gleichzeitig- keit ist verblüffend und zugleich auch ein Zeugnis mangelnder Absprachen zwischen Bozen und Wien. Der österreichische Außenminister Karl Gruber hatte die SVP davor gewarnt, während der Pariser Friedenskonferenz mit den Italienern zu verhandeln. Und nun musste er aus dem Munde seines Ver- handlungspartners, einem überaus gut gelaunten Alcide De Gasperi, erfah- ren, dass in Rom eine Vereinbarung zur Reoption unterzeichnet worden war, d.h. einem der Kernthemen in Paris. Gruber war außer sich!23 Die in Bozen erarbeitete Regelung war Gruber zumindest in groben Zügen bekannt gewe- sen, er glaubte aber, in österreichisch-italienischen Konsultationen vorteil- haftere Ergebnisse zeitigen zu können24, weshalb er den Punkt 3 a im Text des Abkommens belassen wollte. Weshalb war Rom bestrebt gewesen, die Reoption noch vor dem Pa- riser Verhandlungsabschluss zu regeln? Viktoria Stadlmayer, damals mit der Problematik befasste hohe Beamtin der Tiroler Landesregierung, die sich mit dem Pariser Abkommen auch wissenschaftlich auseinandersetzte25, vermu- tet, die italienische Regierung habe das Optantengesetz unbedingt vor Ab- schluss des Pariser Abkommens unter Dach und Fach bringen wollen, um 22 [SVP], Memorandum von Unbekannt, 21. 11. 1946, in: Gehler: Akten zur Südtirol-Poli- tik 1, Dok. 256, 536. 23 Tätigkeitsbericht der Südtiroler Delegation auf der Pariser Konferenz 1946, in: Ge- heimbericht der Südtiroler Delegation zur Pariser Konferenz 1946, hrsg. von Felix Ermacora (Wien–München 1987) 49–235, hier 60. 24 Edgeworth Murray Leslie, Bericht über die Beratung von SVP-Vertretern mit Gruber in Wien, 7. 9. 1947, in: 1947: Keine Einigung mit Trient – Sondierungen zwischen Bozen, Rom und Wien, hrsg. von Michael Gehler (Akten zur Südtirol-Politik 1945–1958 2) (Innsbruck– Wien–Bozen 2016), Dok. 280, 574. 25 Stadlmayer, Kein Kleingeld im Länderschacher.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
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