Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Nach 1918
Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Seite - 337 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 337 - in Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert

Bild der Seite - 337 -

Bild der Seite - 337 - in Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert

Text der Seite - 337 -

337 Die Revision der Staatsbürgerschaftsoptionen von 1939 internen Beratungen zu langwierig sei. Den akuten Handlungsbedarf begrün- dete diese u.a. damit, dass infolge fehlender Staatsbürgerschaft zahlreiche öf- fentliche Stellen, wie etwa Notariate oder tierärztliche Dienste, ausschließlich an Italiener vergeben würden75. Gruber hielt aber Eile und ein gutes Resultat für unvereinbar. Außerdem beschwichtigte er, nach seiner Einschätzung heg- ten die Italiener nicht die Absicht, auch Nichtbelastete auszuschließen und er- suchte darum, Rom einen gewissen Vorschuss an Vertrauen zu gewähren76. In der SVP war man enttäuscht über die lahme Haltung Grubers und die Aussprache mit dem Minister sowie hohen Beamten des Außenamtes hin- terließ den Eindruck, Österreich sei zur endgültigen Klärung der Optanten- frage zu weiteren Zugeständnissen an Italien bereit77. Gleichzeitig wurde die SVP von Innocenti unter Druck gesetzt. Der Staatsrat erinnerte Parteisekretär von Guggenberg daran, dass Italien laut Pa- riser Abkommen lediglich zu Konsultationen mit Österreich verpflichtet sei. Sollte keine Einigung erzielt werden, so werde man sich gezwungen sehen, ein Dekret herauszugeben und „so die Frage praktisch zu beenden“78. Im September 1947 einigten sich Rom und Wien schließlich doch noch – wie von der SVP gefordert –, die Konsultationen in mündlicher Form fort- zusetzen. Österreich ging in die Verhandlungen mit dem Ziel, einer möglichst großen Anzahl von Südtirolern den Wiedererwerb der italienischen Staats- bürgerschaft und den Umsiedlern eine Rückkehr zu ermöglichen. Auf ita- lienischer Seite ging es um viel mehr als nur um die Revision der Optionen. Nach Coppini sollte die österreichische Regierung zu zwei Zusicherungen gezwungen werden: Erstens, dass die Umsiedler als loyale italienische „Un- tertanen“ zurückkehren müssten, und zweitens, dass Österreich jede Initiati- ve zur Abtrennung Südtirols von Italien verurteile79. Davon wurden auch die Signatarmächte des italienischen Friedensvertrages Großbritannien und die 75 Aktennotiz des Bundeskanzleramtes, Außenamt über eine Besprechung zwischen Gru- ber, Amonn und Guggenberg am 4. 9. 1947, in: Gehler, Akten zur Südtirol-Politik 2, Dok. 277, 569. 76 Ebd. 77 Edgeworth Murray Leslie, Bericht über die Beratung von SVP-Vertretern mit Gruber in Wien, 7. 9. 1947. Ebd., Dok. 280, 573; Edgeworth Murray Leslie, Südtirol: Allgemeiner Lage- bericht, 11. 9. 1947. Ebd., Dok. 284, 583. 78 Otto von Guggenberg, Gedächtnisprotokoll der Unterredung mit Innocenti, Rom, 29. 9. 1947. Ebd., Dok. 303, 616. 79 Coppini an Zoppi, Wien, 21. 9. 1947. DDI X/6, Dok. 503, 657.
zurück zum  Buch Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert"
Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die schwierige Versöhnung