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Nach 1918
Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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342 Peter Thaler bestimmte Artikel 2, dass Deutschösterreich ein Bestandteil der Deutschen Republik sei1. Obwohl dieses nationale Selbstverständnis aus der Rückschau der ös- terreichischen Republik des 21. Jahrhunderts schwer nachvollziehbar wurde, entsprach es durchaus der historischen Ausgangslage. Alle bedeutsamen Be- völkerungsgruppen der Monarchie, die sprachliche Bindungen über die ver- schwindenden Reichsgrenzen hinweg hatten, wollten sich mit ihrer weiteren Sprachgemeinschaft vereinen. Ein eigener galizischer oder siebenbürgischer Staat wurde von den jeweils führenden Nationalitäten dieser Regionen kaum in Erwägung gezogen, obwohl der hohe Anteil anderssprachiger Bevölke- rungsgruppen es in diesen Fällen einleuchtender erscheinen hätte lassen als im österreichischen. Das Verhalten der deutschsprachigen Österreicher war mehr Regelfall als Ausnahme. Es erwies sich bald, dass die Siegermächte des Weltkrieges nicht an einer Ausweitung des deutschen Hoheitsbereichs interessiert waren, auch wenn dies dem Bevölkerungswunsch entsprechen sollte. Vor allem Frank- reich lehnte dies ab und setzte sich damit auch gegen anfängliche Bedenken im britischen Außenministerium durch2. Im Staatsvertrag von Saint-Ger- main-en-Laye wurde Österreichs politische Selbständigkeit festgeschrieben und der Oberaufsicht des Völkerbundes unterworfen, wodurch sie Ähnlich- keiten mit dem Status der damals geschaffenen Freien Stadt Danzig aufwies, sowie der Name des Staates als Republik Österreich bestimmt3. Trotz dieser internationalen Vorgaben blieb die junge Republik um- stritten. Einzelne Bundesländer versuchten noch durch eigene Volksabstim- mungen einen regionalen Anschluss an die Weimarer Republik zu erreichen. Dabei sprachen sich im Jahre 1921 bei einer Beteiligung von rund 90 % der Abstimmungsberechtigten 98,6 % der Abstimmenden in Tirol für die Auf- nahme von Anschlussverhandlungen mit dem Deutschen Reich aus; in Salz- 1 Gesetz vom 12. November 1918 über die Staats- und Regierungsform von Deutschös- terreich, Staatsgesetzblatt für den Staat Deutschösterreich 1918, Stück 1, Nummer 5. 2 Siehe dazu F.L. Carsten, Die Erste Österreichische Republik im Spiegel zeitgenössi- scher Quellen (Wien 1988) 15. 3 Siehe vor allem Major Peace Treaties of Modern History, 1648–1967, Bd. 3, hrsg. von Fred Israel (New York 1967) 1567.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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