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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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348 Peter Thaler Zwischenspiel der Jahre 1934–1938 verhalf. Im Gegensatz zu den Sozialdemo- kraten konnten die Konservativen zumindest auf einen nationalösterreichi- schen Ansatz in der Zwischenkriegszeit verweisen, wenngleich dieser nicht meinungsbestimmend gewesen war. Und da die in den ersten Nachkriegs- jahren vor allem durch die sowjetische Besatzungspräsenz noch einflussrei- che Kommunistische Partei weitgehend die konservative Nationalsymbolik übernahm, prägten ihre Kernpunkte den öffentlichen Diskurs. Die österrei- chischen Sozialdemokraten hielten sich anfänglich eher bedeckt. Vereinzelter innerparteilicher Widerstand gegen das neue Staatsverständnis wurde von der Parteiführung pragmatisch unterbunden23. Die gemeinschaftlichen Anstrengungen einer in großen Koalitionen mit hohem Staatseinfluss organisierten Konkordanzdemokratie begannen sich im öffentlichen Bewusstsein auszuwirken. Meinungsbefragungen zu- folge war der Anteil der Österreicher, die sich als Deutsche bezeichnen, bis zum Jahre 1956 auf knapp unter die Hälfte gefallen und bis zu den siebziger Jahren auf weniger als ein Zehntel. Eine Zusammenstellung zahlenmäßig er- fassbarer Befunde über die nationale Einstellung der Österreicher stellt sich wie folgt dar: Tabelle 1 Übersicht über messbare Ausdrücke des österreichischen Nationsverständnisses Jahr/Gebiet Befragungsform Aussage %ja 1956 Österreich Umfrage Österreicher sind Deutsche 46 1964 Österreich Umfrage Österreicher sind keine Nation 15 1970 Österreich Umfrage Österreicher sind keine Nation 8 1994 Österreich Umfrage Österreicher sind keine Nation 8 Quellen: Österreich – Von der Staatsidee zum Nationalbewußtsein, hrsg. von Georg Wagner (Wien 1982) 124; SWS Rundschau 34, Nr. 2, 1994, 21024. 23 Für unterschiedliche zeitgenössische Stimmen dazu siehe Julius Braunthal, The Tragedy of Austria (London 1948), und Karl Renner, Die ideologische Ausrichtung der Poli- tik Österreichs, in: Wiener Zeitung (19.1.1947) 1 f. 24 Ein Ja im Jahre 1956 bezeichnete die Österreicher als einen Teil des deutschen Volkes; ein Ja in den letzten drei Umfragen drückte die Meinung aus, dass die Österreicher keine eigene Nation seien.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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