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Nach 1918
Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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350 Peter Thaler 2. Die österreichische Nation und die deutschsprachigen Minderheiten in den Nachfolgestaaten der Habsburgermonarchie Die Umorientierung des österreichischen Selbstverständnisses hatte nicht nur innenpolitische Konsequenzen. Sie wies auch potenzielle wie reelle Auswir- kungen auf das Verhältnis Österreichs zu den deutschsprachigen Minderhei- ten in anderen Nachfolgestaaten der Habsburgermonarchie auf. Viele dieser Bevölkerungsgruppen waren 1918 als Teil des neuen deutschösterreichischen Staates definiert wurden. Im Gesetz vom 22. November 1918 über Umfang, Grenzen und Beziehungen des Staatsgebietes von Deutschösterreich hieß es: § 1. Die Republik Deutschösterreich übt die Gebietshoheit über das geschlossene Siedlungsgebiet der Deutschen innerhalb der bisher im Reichsrate vertrete- nen Königreiche und Länder aus. Die Republik umfaßt: Die Länder Österreich unter der Enns einschließlich des Kreises Deutsch-Südmähren und des deutschen Gebietes um Neubistritz, Österreich ob der Enns einschließlich des Kreises Deutsch-Südböhmen, Salz- burg, Steiermark und Kärnten mit Ausschluß der geschlossenen jugoslawi- schen Siedlungsgebiete, die Grafschaft Tirol mit Ausschluß des geschlossenen italienischen Siedlungsgebietes, Vorarlberg, Deutschböhmen und Sudeten- land, sowie die deutschen Siedlungsgebiete von Brünn, Iglau und Olmütz.28 Zusätzlich wurden auch Ansprüche auf das geschlossene deutsche Sied- lungsgebiet in Westungarn erhoben. Nicht zuletzt durch den Einschluss der über drei Millionen deutschsprachigen Bewohner der böhmischen Länder war dadurch ein großer Teil der späteren deutschen Minderheiten in den Nachfolgestaaten als Teil der deutschösterreichischen Staatsbevölkerung bestimmt worden. Dieser Anspruch konnte allerdings außenpolitisch nicht durchgesetzt werden. Das österreichische Staatsgebiet erhielt durch den Frie- densvertrag seinen noch heute gültigen, bedeutend engeren Rahmen. 28 Gesetz vom 22. November 1918 über Umfang, Grenzen und Beziehungen des Staatsgebie- tes von Deutschösterreich, Staatsgesetzblatt für den Staat Deutschösterreich 1918, Stück 9, Nr. 40.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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