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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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370 Federico Scarano Der Sozialist und Bundeskanzler Karl Renner schrieb am 19. Dezember 1945 – einen Tag vor seiner Ernennung zum Bundespräsidenten – an De Gasperi, der zu diesem Zeitpunkt gerade neun Tage italienischer Ministerpräsident war. Renner erinnerte an die gemeinsame Zeit als Abgeordneter im öster- reichischen Parlament und gab der Hoffnung Ausdruck, dass dies trotz aller Konflikte zu einem besseren gegenseitigen Verständnis beitragen werde14. De Gasperi ging auf den Appell Reut-Nicolussis nicht ein, schrieb aber am 17. Jänner an Renner und bezog sich ebenfalls auf seine Erinnerungen an die Zeit in Wien15. Gegenüber dem Diplomaten Maurilio Coppini betonte Renner, dass die österreichische Regierung fest entschlossen sei, mit Italien enge und freundschaftliche Beziehungen aufzubauen. Voraussetzung dafür sei jedoch die Lösung der Südtirolfrage16. Zu Kriegsende waren sowohl Südtirol als auch Tirol von US-Truppen besetzt worden, die von der italienischsprachigen Bevölkerung17 als Befreier willkommen geheißen wurden. Nach ihnen erreichten Mitglieder der Fall- schirmjäger-Division Folgore das Territorium, die harsche Unterdrückungs- maßnahmen durchführten, was von den Carabinieri in ihren Berichten kri- tisiert wurde. Die Folgore wurde nach wenigen Monaten wieder versetzt18. Die deutschen Truppen, die sich auf dem Rückzug befanden, waren für ei- nige Massaker, die sich in den letzten Tagen des Krieges ereigneten und für den Tod von circa 40 Italienern19 verantwortlich. Am 15. Mai 1945 wurden fünf Südtiroler in Gröden, die dem Nationalsozialismus20 besonders wohl- wollend gesinnt waren, von italienischen Partisanen aus der Provinz Belluno entführt und dann brutal ermordet. Vermutlich war es den amerikanischen Besatzungstruppen zu verdanken, dass es in Südtirol zu keiner blutigen Ab- Alcide De Gasperi, Südtirol, das Trentino und Österreich (1945–1954), in: Annali dell’Istituto storico italo-germanico in Trento – Jahrbuch des italienisch-deutschen historischen Instituts in Trient 30 (2004) 407–434. 14 DDI, X Serie, III, Doc. 26 32. 15 Ebd. Doc. 170 226 16 Ebd. 17 Hans Heiss, Gustav Pfeifer, Einleitung, in: Heiss, Pfeifer, Südtirol – Stunde Null? 10. 18 De Napoli, Altoatesini 41 f. 19 Toscano, Storia diplomatica 239. 20 Gerald Steinacker, Nichts vergessen nur verschwiegen. Das Massaker von Gröden 1945 und die OSS-Mission „Tacoma“, in: Geschichte und Region / Storia e regione 6 (1997) 163–194.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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