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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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379 Italien und die Südtirolfrage von De Gasperi bis Moro Italien eine Vereinbarung aushandeln, die den Weg für eine stabile freund- schaftliche Beziehung und Zusammenarbeit58 ebnen sollte. De Gasperi war damit einverstanden und ließ ihm ausrichten, dass er sich auf ein Treffen freue und für eine Zollunion zwischen Österreich und Italien59 eintrete. Al- lerdings konnte er kurzfristig nicht nach Wien kommen, weshalb nun der Di- plomat Carandini – Botschafter in Großbritannien – die Verhandlungen mit Gruber führte. Der von den Briten beeinflusste Carandini befürchtete, dass auf der am 29. Juli 1946 beginnenden Pariser Friedenskonferenz die Entschei- dungen des Außenministerrats noch geändert werden könnten60. Großbritan- nien drängte auf ein direktes Abkommen zwischen Italien und Österreich, sodass sie von den deutschsprachigen Historikern als die wahren Förderer des Gruber-De Gasperi-Abkommens61 gesehen werden. Nach den gut doku- mentierten Verhandlungen, die auf Grundlage der „Documenti Diplomatici Italiani“62 rekonstruiert werden können, wurde am 5. September 1946 um 17 Uhr in der italienischen Botschaft in Paris von den zwei Außenministern das sogenannte Gruber-De Gasperi-Abkommen unterzeichnet. Artikel 1 besagt: Den deutschsprachigen Einwohnern der Provinz Bozen und der benachbar- ten zweisprachigen Ortschaften der Provinz Trient wird volle Gleichberechtigung mit den italienischsprachigen Einwohnern im Rahmen besonderer Maßnahmen zum Schutze des Volkscharakters und der kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung des deutschsprachigen Bevölkerungsteils zugesichert. [...]63. In Artikel 2 heißt es: Der Bevölkerung der oben erwähnten Gebiete wird die Ausübung einer autonomen regionalen Gesetzgebungs- und Vollzugsgewalt gewährt werden. Der Rahmen für die Anwendung dieser Autonomiemaßnahmen wird in Beratung auch mit einheimischen deutschsprachigen Repräsentanten festgelegt werden.64 Darüber hinaus verpflichtete sich die italienische Regierung durch das Ab- kommen, den deutschen Optanten die italienische Staatsbürgerschaft erneut 58 DDI, X Serie, IV, Doc. 2 9. 59 Toscano, Storia diplomatica 351. 60 DDI, X Serie, V, Doc. 101, 120–121; Toscano, Storia diplomatica 325 ff. 61 Steininger, Los von Rom 176; Steurer, Südtirol 1943–1946, 97. 62 DDI, X Serie, IV, ad indicem; Toscano, Storia diplomatica 329–421; Steininger, Los von Rom 110–149. 63 DDI, X Serie, IV, D. 258, 305. (Übers. d. Verf.) 64 DDI, X Serie, D. 258, 306. (Übers. d. Verf.)
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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