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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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380 Federico Scarano zuzuerkennen. Artikel 10 des Friedensvertrages, der am 10. Februar 1947 unterzeichnet wurde, betrifft Österreich und Italien; dieser Artikel hält fest, dass sich Italien verpflichtet, ein Abkommen mit der österreichischen Regie- rung zu treffen, um den freien Personen- und Güterverkehr zwischen Nord- und Osttirol zu ermöglichen. Ferner erklärten die Siegermächte in diesem Artikel, die Bestimmungen des Gruber-De Gasperi-Abkommens zur Kennt- nis zu nehmen, die dem Friedensvertrag mit Italien im Anhang unter Punkt IV65 beigefügt sind. Das Abkommen wurde durch einen Briefwechsel zwischen De Gaspe- ri und Gruber vervollständigt. De Gasperi bekräftigte, dass die italienische Regierung bereit war, die Vorschläge der österreichischen Regierung hin- sichtlich der besten Lösung für den freien Personen- und Güterverkehr ge- mäß Artikel 10 bestmöglich umzusetzen. Gruber hoffte, dass das Abkommen der Ausgangspunkt für eine erfolgreiche und freundschaftliche Entwicklung der Beziehungen zwischen Österreich und Italien sei. Er wünschte sich eine amikal gesinnte Nachbarschaft und internationale Zusammenarbeit. Gruber zeigte sich von De Gasperis Unvoreingenommenheit und Offenheit zutiefst beeindruckt, was sich positiv auf die Beziehungen zwischen den beiden Re- gierungen auswirkte66. De Gasperi revidierte den Text des Abkommens mehrmals. Am 3. Sep- tember äußerte er in Paris Carandini gegenüber seine Besorgnis und nahm einige Anpassungen am Text 67 vor. Der italienische Ministerpräsident musste auch die nationalistisch gesinnte öffentliche Meinung Italiens berücksich- tigen, die nicht für ein Entgegenkommen war, sowie jene der italienischen Bevölkerung Bozens, die fürchtete, gegenüber der deutschsprachigen Bevöl- kerung benachteiligt zu werden. Für Italien implizierte das Abkommen den Verzicht Österreichs, seine Ansprüche auf Südtirol geltend zu machen. Dies war jedoch nicht explizit im Text festgehalten, was wiederum ein Erfolg für Gruber war, denn das wäre in Österreich und Südtirol kaum akzeptiert wor- den. Die Gründe De Gasperis und die Kritik wichtiger italienischer Politiker wurden im Rahmen eines Treffens deutlich, das der italienische Minister- 65 Ebd; Roman H. Rainero, Il Trattato di pace delle Nazioni Unite con l’Italia. Parigi, 10 febbraio 1947 (Bologna 1997) 353, 299 f. 66 DDI, X Serie, IV, Doc: 258, 306. 67 DDI, X Serie, IV, Doc. 251, 297.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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