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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Seite - 383 -
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383 Italien und die Südtirolfrage von De Gasperi bis Moro Stabilisierungsphase und der unstillbaren Parteilichkeit einiger Separatisten […] war die Lage im Großen und Ganzen gut.79 Die Südtiroler Volkspartei arbeitete mit der Democrazia Cristiana in der Regionalregierung zusammen und unterstützte die christdemokratischen Regierungen in Rom. Notfalls wäre die SVP auch bereit gewesen, den Sturz der Regierungskoalition in Rom zu verhindern. Nach den Wahlen 1953 kam den drei Abgeordneten und zwei Senatoren der SVP eine Schlüsselrolle zu, allerdings auch der italienischen nationalistischen Rechten um die Monarchisten und den Neo-Faschisten (MSI), die gegen die Südtiroler Autonomie waren. Schließlich wurde die Optionsfrage in Sinne der Südtiroler gelöst. Am 20. Dezember 1952 erhielt Tinzl seine italienische Staatsbürgerschaft zurück, 1953 wurde er ins Abgeordnetenhaus gewählt. Das Erste Autonomiestatut wurde von den italienischen Behörden jedoch nicht gewissenhaft umgesetzt, vor allem nicht hinsichtlich des Einsatzes von Südtirolern in den Verwaltungs- behörden und des deutschen Sprachgebrauchs: Das Erbe des Faschismus war noch nicht ganz verschwunden. Mario Toscano, der Leiter der historischen Abteilung des Außenministeriums sowie wichtiger Berater der italienischen Regierung, nahm zwischen 1964 und 1968, seinem letzten Lebensjahr, eine be- deutende Rolle bei den Verhandlungen mit Österreich ein80. Er schrieb 1960 in einem Artikel in der Zeitschrift „Rivista di studi politici internazionali“: Die Umsetzung verlief von italienischer Seite mangelhaft und kurzsichtig. [...] Das alte lateinische Sprichwort qui cito dat bis dat (Zwei Mal gibt, wer schnell gibt) bestätigte sich nun mehr als je zuvor. Wertvolle Zeit ging verloren und der Konflikt verschlim- merte sich kontinuierlich, bis er fast unlösbar wurde.81 Die Meinung von Toscano wurde auch von anderen Italienern geteilt wie beispielsweise von einer weite- ren Schlüsselfigur bei der endgültigen Übereinkunft mit Südtirol: dem christ- demokratischen Abgeordneten von Bozen, Alcide Berloffa82. Bei den Wahlen 79 DDI, XI Serie, IV, Doc. 6, 7. 80 Zu Toscano siehe Luciano Monzali, Mario Toscano e la politica estera italiana nell’era atomica (Firenze 2011). Über seine Rolle in der Südtirolfrage: Ebd. 152–157, 162, 181–186, 204– 216; außerdem in Steininger, Südtirol zwischen Diplomatie und Terror III, ad indicem. 81 Monzali, Mario Toscano 153; vollständiger Text in: Alto Adige, Berlino e Corte dell’Aja, (anonymer Artikel) in: Rivista di studi politici internazionali 27/2 (1960), übernommen in Mario Toscano, Corsivi di politica estera 1949–1968 per la Rivista di studi politici internazio- nali (Giuffrè 1981) 72. 82 Zu Berloffa siehe Alcide Berloffa, Gli anni del Pacchetto (Bolzano–Bozen 2004).
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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