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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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386 Federico Scarano nur durch die Gründung einer von Trient unabhängigen, autonomen Pro- vinz Südtirol abgesichert werden90. Wie Mario Toscano schreibt, enthielt das Memorandum den Vorschlag zur Bildung einer gemischten Expertenkom- mission, welche die Proteste gegen die Umsetzung des Pariser Abkommens untersuchen und den zwei Regierungen konkrete Lösungsvorschläge liefern sollte91. Italien ging auf die österreichischen Forderungen nicht ein. In seiner Antwort vom 9. Februar 1957 betonte man die Bereitschaft, in einem Klima der gegenseitigen Loyalität und des Vertrauens weitere Maßnahmen zugunsten der Süd- tiroler Bevölkerung zu ergreifen. Italien war nur zu Gesprächen auf normaler diplomatischer Ebene bereit, die Bildung einer eigenen Kommission lehnte man ab92. Es war der Beginn eines scheinbar unlösbaren Streits zwischen den beiden Ländern. Am 25. Mai kam die Parteiführung der SVP in die Hände eines jun- gen Politikers, der einen härteren politischen Kurs verfolgte: An die Stelle von Toni Ebner trat Silvius Magnago. Er hatte für Deutschland optiert und an der russischen Front sein linkes Bein verloren. Völlig verändert hatte sich auch die Führungsriege, die von 14 auf 15 Mitglieder wuchs, 13 davon waren neu gewählt. Einer der vier Vizepräsidenten war Hans Dietl. Auch er war an der russischen Front verwundet worden, ihm war ein Teil des rechten Beins amputiert worden. Er trat für das Selbstbestimmungsrecht Südtirols ein und unterhielt intensive Kontakte zu den Attentätern des BAS93. Laut einer Um- frage des Instituts für Demoskopie Allensbach standen zwischen 12 und 17 Prozent, also eine nicht zu vernachlässigende Minderheit der Südtiroler Be- völkerung, einem Volksaufstand positiv gegenüber94. Dennoch negierten italienische Politiker offiziell das Problem, wie auch In- nenminister Fernando Tambroni bei der Eröffnungsrede der Bozener Mes- se am 19. September 1959 in Anwesenheit des italienischen Staatspräsiden- 90 Ebd. Doc. 3, auch in: Presidenza del Consiglio dei Ministri, L’accordo De Gasperi- Gruber 157–166. 91 Toscano, Storia diplomatica 475. 92 Ebd. 477; Text in Bernardini, L’accordo De Gasperi-Gruber 167–190. 93 Zu Dietl siehe Hans Karl Peterlini, Hans Dietl, Biografie eines Südtiroler Vordenkers und Rebellen. Mit Auszügen aus seinen Tagebüchern (Bozen 2007). 94 Günther Pallaver, La pacificazione dopo il terrorismo sudtirolese, in: Bernardini, Pallaver, Dialogo vince violenza 280.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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