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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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391 Italien und die Südtirolfrage von De Gasperi bis Moro Trienter Democrazia Cristiana, Flaminio Piccoli, an. Weitere Mitglieder wa- ren der Südtirol-Experte im Ministerratspräsidium Alcide Berloffa, der sozia- listische Trienter Abgeordnete Renato Ballardini und einige andere Fachleu- te. Die Kommission wurde am 13. September 1961 von Scelba einberufen und war für die Lösung der Südtirolfrage von fundamentaler Bedeutung. Mehr als zwei Jahre dauerten die Verhandlungen, 104 Maßnahmen für die Verbes- serung der Autonomie Südtirols wurden erarbeitet, die unter dem Namen „Südtirol-Paket“112 zusammengefasst wurden. Am 10. April 1964 wurde der Abschlussbericht vorgelegt. Nur der Vizepräsident, der konservative liguri- sche DC-Abgeordnete Roberto Lucifredi, lehnte die Ergebnisse als zu sehr an den Südtiroler Interessen orientiert ab113. Magnago meinte allerdings, dass ei- nige Politiker aus Rom, unter ihnen auch Christdemokraten, die Kommission zum Scheitern bringen wollten. Es war Aldo Moro, damals Sekretär der DC, zu verdanken, dass die Arbeiten der Kommission nach einer kurzen Unter- brechung zwischen Juli und dem 18. Oktober 1962114 wieder aufgenommen wurden. Die endgültige Lösung des Konflikts gestaltete sich äußerst schwierig, da es immer wieder zu terroristischen Anschlägen kam, die darauf abzielten, jegliche politische Vereinbarung zu sabotieren. Nachdem im Sommer 1961 fast alle BAS-Attentäter der ersten Serie rund um Sepp Kerschbaumer verhaf- tet worden waren, wurden die neuen Gewalttaten nun von neonazistischen, auch österreichischen Terroristen verübt. Sie zielten ebenfalls auf italienische Ordnungskräfte ab und forderten bis 1969 rund zwanzig Todesopfer. In den Augen der extremen Rechten Italiens war die Einsetzung der Kommis- sion ein schwerer Fehler der italienischen Regierung gewesen. Anstatt die Chance zu nützen, die SVP nach den Anschlägen aus der Politik auszuschlie- ßen, habe die italienische Regierung unnötige Zugeständnisse gemacht. Die Südtiroler und österreichischen Verbrecher haben ihrerseits einige Jahre spä- 112 Zum Ausschuss und seinem Handeln siehe vor allem Mauro Marcantoni, Giorgio Postal, Il Pacchetto, dalla Commissione dei 19 alla seconda autonomia del Trentino-Alto Adige (Trento 2012), wo auch viele Sitzungsprotokolle veröffentlicht sind. Giorgio Postal, später Abgeordneter und Staatssekretär, war einer der wichtigsten Partner Piccolis. Siehe weiters Scarano, La commissione dei 19, 257–270; Steininger, Südtirol zwischen Diplomatie und Terror II 552–561, III 74–101, 149–158. 113 Scarano, La commissione dei 19 266, 270. 114 ASP 1959–1969, IV 121, 357.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
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