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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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396 Federico Scarano staatlichen Auftrag Amplatz ermordete und Klotz verletzte. Er wurde verhaf- tet, wenig später verhalf man ihm aber zur Flucht132. 4. Aldo Moro und die Lösung der Südtirolfrage Aldo Moros Kompromissbereitschaft – er war von 1959 bis 1964 Parteivor- sitzender der Democrazia Cristiana – war entscheidend. Von Dezember 1963 bis Juli 1968 bekleidete er das Amt des Ministerpräsidenten der ersten Mit- te-Links Regierung unter Einschluss der Sozialisten, anschließend war er Außenminister. Mithilfe seines Bozener Parteikollegen und Freundes Alcide Berloffa stand er mit Silvius Magnago in Verbindung. Moro war entschlos- sen, das Problem zu lösen. Er hatte schon bei der Ausarbeitung der repu- blikanischen Verfassung eine wichtige Rolle gespielt und Pietro Pastorelli meint, dass Moro den Konflikt nicht nur aus innenpolitischen und morali- schen Gründen lösen wollte, sondern dass dies Teil seiner außenpolitischen Strategie zur Überwindung des Kalten Krieges war. Moro wollte einen Block von Staaten guten Willens gründen, der die neutralen Staaten Österreich und Jugoslawien, Italien und Ungarn oder auch Polen umfassen sollte133. Am 14. Dezember 1963, am Tag nach dem Amtsantritt der Regierung Moro, kam es in Paris zum ersten Treffen zwischen dem neuen italienischen Außenminister Giuseppe Saragat und seinem österreichischen Amtskollegen Bruno Kreisky. Wie Moro war auch Saragat von der Notwendigkeit einer Ei- nigung überzeugt. Er pflegte ein freundschaftliches Verhältnis zur deutsch- sprachigen Welt, vor allem zu Österreich134. Der Vorsitzende der italienischen sozialdemokratischen Partei war, wie Kreisky, ein überzeugter Antikommu- nist. Moro und Saragat brachten dem österreichischen Außenminister großes Vertrauen entgegen und glaubten ihm, dass sich die Zentrale der Südtiroler Terroristen in München und nicht in Österreich befand135. Saragat erinnerte 132 Ebd. 34, 46–49,72 ff., 110; Peterlini, Feuernacht 320 f., 355–358. 133 Pietro Pastorelli, L’Italia e la Grande Distensione (1968–1975), in: La politica estera italiana negli anni della Grande Distensione (1968–1975), hrsg. von Pia G. Celozzi Baldelli (Roma 2009) 37; Scarano, Aldo Moro 515 f. 134 Ebd. 518. 135 Pier Luigi Ballini, Antonio Varsori, L’Italia e l’Europa 1947–1979 (Roma–Soveria Mannelli 2004) 174, 640 f.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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