Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Nach 1918
Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Seite - 406 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 406 - in Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert

Bild der Seite - 406 -

Bild der Seite - 406 - in Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert

Text der Seite - 406 -

406 Giulia Caccamo und Bozen aufzutreten. Er forderte für sich und den linken Flügel innerhalb der SVP unter Egmont Jenny eine aktive Rolle ein, was aber häufig im Wider- spruch zur Untätigkeit der Wiener Regierung stand. Auch in Bonn kam es mit dem Rücktritt von Kanzler Erhard im De- zember 1966 zu einer radikalen Kehrtwende in der deutschen Innenpolitik. Mit der Aussicht auf eine finanzielle Sanierung und die Umsetzung wichtiger Reformen entstand die Große Koalition zwischen CDU/CSU und SPD. Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg – Kurt Kiesinger von der CDU – wurde Kanzler, sechs Ministerien wurden der SPD übertragen und Willy Brandt wurde Vizekanzler und Außenminister. 1967 begann in der Bundesrepublik eine Erneuerungsphase, deren Hö- hepunkte der Wahlerfolg der SPD bei den Wahlen 1969 war sowie die nach- folgende Koalitionsregierung von Sozialisten und Liberalen, mit der die CDU – das erste Mal in ihrer Geschichte – in Opposition gehen musste. Der außenpolitische Kurs unter der Führung des ehemaligen Bürger- meisters von Berlin änderte sich jedoch nicht sofort. In Italien wurde ein ähn- liches innenpolitisches Experiment seit 1963 mühsam vorangetrieben, aller- dings verbunden mit einer starken politischen Instabilität. Aldo Moro erhielt im Februar 1966 den Auftrag zur Bildung seines dritten Kabinetts. Die drei außenpolitischen Prioritäten Italiens waren Europa, das atlantische Verhält- nis und die Entspannung, die allerdings nicht immer kontinuierlich verfolgt wurden12. Die innenpolitischen Entwicklungen in Rom und Bonn beeinflussten auch die Außenpolitik der beiden Staaten. Aus der Überzeugung heraus, dass eine Wiedervereinigung nur durch Entspannung im europäischen Rahmen möglich wäre, leitete die von Deutschland in den Vordergrund gestellte Brü- ckenfunktion zwischen Ost und West in Europa eine neue Ostpolitik ein13. Solide Bündnisse im Rahmen der NATO und des gemeinschaftlichen Euro- pas wurden wichtiger denn je. In der Debatte um den Beitritt zum Atom- waffensperrvertrag sahen sich Italien und Deutschland, beides Länder ohne eigene Nuklearwaffen, mit denselben Unsicherheiten und Ängsten bezüglich 12 Federico Imperato, Aldo Moro e la pace nella sicurezza. La politica estera del centro-si- nistra 1963–68 (Bari 2011) 158 f. 13 Christian Hacke, Die Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland. Von Konrad Adenauer bis Gerhard Schröder (Berlin 2003) 134.
zurück zum  Buch Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert"
Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die schwierige Versöhnung