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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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413 Die Südtirolfrage und die Bundesrepublik Deutschland (1966–1969) der Streitfrage sowohl der NPD als auch der extremen Rechten in Deutsch- land den Boden entziehen würde30. Lahrs Beobachtungen bei dem Gespräch fassen die Position des Aus- wärtigen Amtes gut zusammen: Die österreichische Regierung und die SVP müssten von den begünstigenden Umständen der Anwesenheit zweier mo- derater und guter Europäer, Saragat und Moro, profitieren und das Thema ab- schließen31. Zudem wies er darauf hin, dass die Wechselbeziehung des Süd- tirol-Streits mit dem EWG-Assoziationsabkommen, abgesehen vom Problem des Terrorismus, im Grunde genommen politisch sei. Es wäre in der Tat für eine italienische Regierung schwierig, dafür die Zustimmung im Parlament zu erhalten, ohne zuvor die Südtirolfrage gelöst zu haben. Das Abkommen zwischen Österreich und der EWG sei von grundlegender Bedeutung: Da die Grenzfrage ein Tabu ist, müsste Südtirol seine Priorität darauf ausrichten, die Grenze durch eine ausgeprägte Durchlässigkeit quasi verschwinden zu lassen. Ein wichtiger Schritt dazu wäre die Einbeziehung Österreichs in den gemeinsamen Markt und in die noch im gleichen Jahr abgeschlossene Zoll- union. Diese zweifelsohne sehr weitblickende Vision hinsichtlich des engen Zusammenhanges zwischen den beiden Problemen wird durch eine weitere Tatsache unterstrichen, die aus den diplomatischen Quellen hervorgeht: Der Regierung in Bonn lag die Aufnahme Österreichs in die EWG mehr am Her- zen als die Südtirol-Problematik, die nur dann Bedeutung erhielt, wenn sie die Integration Österreichs in den gemeinsamen Markt behinderte. Dennoch blieb die Äquidistanz zu Rom und Wien weiterhin eine Prämisse der deut- schen Außenpolitik. Das wird auch aus der Politik des Auswärtigen Amtes deutlich. So ließ die Bundesrepublik Südtirol beträchtliche Unterstützungen zur Finanzierung der Kulturarbeit zukommen. Von Italien wurde dies misstrauisch betrachtet und selbst den Beamten des Bonner Außenministeriums war der Bestim- mungszweck oftmals unklar. Die großen Vertriebenenvereine sammelten ak- tiv Geld zur Unterstützung der Südtiroler Bevölkerung, allerdings mussten 30 Ebd. 31 PAA, Bestand B26, Band 401, Gespräch in Bozen zwischen dem Staatssekretär des Aus- wärtigen Amts Lahr, dem Präsidenten der Handelskammer Bozen von Walther und Silvius Magnago, 4. Jänner 1968.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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