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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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417 Die Südtirolfrage und die Bundesrepublik Deutschland (1966–1969) Auf der anderen Seite entstand das Verlangen nach Ordnung und Klarheit, welches Bonn zur Übertragung der Südtirol-Kompetenzen vom Bundesminis- terium für gesamtdeutsche Fragen an das Auswärtige Amt veranlasste. Doch auch Wien wollte sich von seiner subalternen Rolle in Bezug auf Deutschland befreien38 und betrachtete Südtirol als sein eigenes nationales Problem. Ös- terreich war allerdings Geisel der wechselseitigen Vetos zwischen Rom und Bozen, von der BRD war hier keine Unterstützung zu erwarten. Bonn hät- te versuchen können, der starren italienischen Haltung innerhalb der EWG entgegenzuwirken, um Verhandlungen über eine Assoziierung Österreichs zu ermöglichen. Doch sowohl Brandt als auch Kiesinger verfolgten diesbe- züglich einen behutsamen Kurs, erklärten zwar, den österreichischen Antrag zu befürworten, doch hielt Brandt das italienische Junktim zwischen Süd- tirol-Terrorismus und EWG-Assoziierungsverhandlungen für legitim. Als sich allerdings im Herbst 1969 eine Überwindung der Krise abzeichnete – am 23. November hatte die außerordentliche Landesversammlung der SVP den Weg für das Paket freigegeben und am Ende des Monats zog Italien das Veto zu den EWG-Verhandlungen zurück –, unterstrich die deutsche Botschaft in Rom die Bedeutung dieses Erfolgs für die italienisch-deutschen Beziehun- gen. Mit der Beilegung des Streits um Südtirol wurde eines der bedeutends- ten noch existierenden politischen Probleme bilateraler Art zwischen Italien und Deutschland gelöst39. Die deutsche Botschaft in Wien betonte als Fazit aus der komplexen Dreiecksbeziehung mit Österreich und Italien die Bedeutung der deutschen Position. Die deutsche Politik einer rigorosen Neutralität habe eine Beeinträchtigung der Beziehungen zu Rom in Bezug auf gewisse emotionale Stellungnahmen, insbesondere in Süddeutschland, verhindert40. 38 Carlo Masala, Italia und Germania, Die deutsch-italienischen Beziehungen, 1963–1969, in: Kölner Arbeiten zur Internationalen Politik, Bd. VII, hrsg. von Werner Link, Carlo Masala und Ralf Roloff (Vierow bei Greifswald 1997) 64. Der Autor beschränkt sich darauf, davon zu berichten, dass die österreichische Regierung den Antrag auf Vermittlung durch den deutschen Kanzler abgelehnt habe und lässt offen, ob dieser Antrag je gestellt wurde. Die Dokumente des Auswärtigen Amts weisen lediglich auf ein zaghaftes an die deutsche Regierung gerichtetes Ersuchen Österreichs hin, Italien in der EWG milder zu stimmen. Auch Magnago schloss einen möglichen von Wien bei Bonn gestellten Antrag auf Vermittlung aus (siehe S. 12). 39 PAA, Bestand 26, Band 440, deutsche Botschaft in Rom an das Auswärtige Amt, 17. Dezember 1969. 40 PAA, Bestand 26, Band 440, Löns (deutscher Botschafter in Wien) an das Auswärtige Amt,17. Dezember 1969.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
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