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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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439 Sozialistische Beiträge zur Nationalitätenfrage in Tirol und Südtirol 1890–1992 Vertretern von SPÖ und KPÖ67 wie bereits 1919/20 das Selbstbestimmungs- recht für Südtirol gefordert68. Das Scheitern der proösterreichischen Initiati- ven69 bzw. die Durchsetzung der italienischen Position trug neben den dras- tischen Auswirkungen der politisch motivierten Umsiedlungen (die sozialis- tische Arbeiterschaft Südtirols war nach 1945 mehrheitlich italienisch- und nicht mehr deutschsprachig) zur Verfestigung der nationalen Gegensätze innerhalb der sozialistischen Arbeiterbewegung in Südtirol bei. Das Resultat zeigte sich 1946 u.a. im Austritt von Silvio Flor jun. aus der KPI und in der Wiedergründung einer unabhängigen, jedoch kurzlebigen Sozialdemokrati- schen Partei Südtirols (SDPS)70. Sozialdemokraten und Kommunisten als Promotoren des Zweiten Autonomiestatuts Der Beginn des Kalten Krieges 1947/48 legte ein Nachjustieren der Autonomie- regelung für Südtirol bis hin zu einer möglichen Grenzberichtigung zuguns- ten Österreichs vorerst auf Eis, da sowohl die USA als auch die Sowjetunion und alle europäischen Staaten an der Aufrechterhaltung eines innereuropäi- als dieses ein Teil Österreichs war. Gigino Battisti zitiert nach Claus Gatterer, Im Kampf gegen Rom. Bürger, Minderheiten und Autonomien in Italien (Wien–Frankfurt–Zürich 1968) 964. 67 Die Tiroler KPÖ-Zeitung berichtete am 3. Mai 1946 über den „Generalstreik für die Rückkehr Südtirols“ wie folgt: Die Bekanntgabe des Beschlusses der Pariser Konferenz über Südtirol hat in ganz Tirol, besonders in Innsbruck, eine tiefe Bewegung ausgelöst. Heute früh, am 2. Mai, traten die Tiroler Arbeiter, Angestellten und Beamten aus Protest gegen den Beschluß in den Generalstreik. Bis 12 Uhr mittags standen der Verkehr und alle Betriebe still. Durch Plakate und Flugblätter wurde zu einer Protest- und Sympathiekundgebung vor dem Landhaus in Innsbruck aufgerufen (…) Allerdings werden Losungen wie „Gebt uns Waffen“, „Auf zum Brenner“ und „Degasperi gehört nach Mauthau- sen“, nicht den von uns allen gewünschten Eindruck einer demokratischen Forderung hervorrufen, sondern könnten im Gegenteil nur den entgegengesetzten Eindruck erwecken. Tiroler Neue Zeitung (Innsbruck, 3.5.1946) 1. 68 Die Sozialdemokratische Partei Südtirols (SDPS) erklärte in ihrem Programm vom 5. Mai 1946: Das Selbstbestimmungsrecht der Völker muß die Grundlage jeder sozialistischen Bewegung sein, ihr Ziel, ihre Seele. Die S.D.P.S. fordert daher für Südtirol das Selbstbestimmungsrecht, damit der Wille der bodenständigen Bevölkerung vor aller Welt festgestellt wird. (…) Südtirol soll kulturelle und wirtschaftliche Brücke sein zwischen Nord und Süd. Bozen, Südtiroler Landesarchiv, Archiv der Sozialen Fortschrittspartei (SFP), Faszikel zur Sozialdemokratischen Partei Südtirols 1946. 69 Für die Entwicklung eines Österreichbewusstseins in Abgrenzung zu Deutschland lieferte der österreichische Kommunist Alfred Klahr 1937 bedeutende theoretische Überlegungen. Siehe Alfred Klahr, Zur österreichischen Nation (Wien 1994). 70 Klara Rieder, Silvio Flor. Autonomie und Klassenkampf. Die Biografie eines Südtiroler Kommunisten (Bozen 2007) 130–135.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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