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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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443 Sozialistische Beiträge zur Nationalitätenfrage in Tirol und Südtirol 1890–1992 bemühten sich die Kommunisten, diese internationalistische Gleichstellung deutsch- und italienischsprachiger Südtiroler praktisch umzusetzen, indem sie trotz ihrer fast ausschließlich italienischsprachigen Anhängerschaft kon- sequent als zweisprachige Partei auftraten und erhebliche Anstrengungen unternahmen, deutschsprachige Südtiroler zu rekrutieren. Bereits 1952 wur- den mit logistischer Unterstützung der KPÖ in mehreren Südtiroler Dorfge- meinden unabhängige Bürgerlisten ins Leben gerufen, die einige Gemein- deratsmandate erreichen, aber sich langfristig nicht halten konnten81. 1973 gelang es, den langjährigen Sekretär der deutschsprachigen KPI-Landessekt- ion, Josef Stecher, als ersten deutschsprachigen Südtiroler für eine gesamt- staatliche (italienische) Partei in den Südtiroler Landtag zu wählen, wobei die Stimmen für Stecher überwiegend aus der italienischen Arbeiterschaft gekommen waren82. Für die italienischen Sozialisten erweiterten sich die Möglichkeiten einer aktiven Südtirolpolitik wiederum Anfang der 1960er-Jahre, als sich in Rom die Bildung einer ersten Mitte-Links-Regierung (centro-sinistra) ab- zeichnete83. In dieser Phase konnte der PSI mit dem Trentiner Sozialisten Re- nato Ballardini u.a. einen Vertreter in die parlamentarische Sonderkommis- sion für Südtirol entsenden (sogenannte „Neunzehner-Kommission“), die im September 1961 im Anschluss an Kreiskys diplomatische Initiative bei den Vereinten Nationen und eine Serie von Sprengstoffanschlägen des BAS (so- Ämtern jedweden Grades und Ranges betraut werden. Entweder dient die Autonomie diesem Zwecke oder sie ist völlig sinnlos. Heute sind wir von einem solchen Ziel noch weit weg, ja es scheint sogar, dass wir uns davon entfernen. Mauro Scoccimarro, Die kommunistische Politik in Südtirol. Rede gehalten am 22. Jänner 1956 in Bozen (Bozen ohne Jahr), 48 Seiten, hier 40. 81 Ruggero Grieco bemerkte im Vorfeld der kommunistischen Wahlkampagne 1952, dass die politischen Initiativen von deutschen Elementen initiiert werden müssten, vereinzelt dürfen auch Italiener dabei sein, weil es im Alto Adige auch Italiener gibt, aber die Mehrheit der Initiato- ren von Kampagnen etc. müssen Deutsche sein. Ruggero Grieco zitiert nach Joachim Gatterer, „Männer des Friedens in die Gemeinden!“ Wie Kommunisten aus Italien und Österreich 1952 damit begannen, in Südtirol eine „demokratische Massenbewegung“ aufzubauen, in: Mitteilungen der Alfred Klahr Gesellschaft 3/20 (2013) 10–16, hier: 12. 82 Joachim Gatterer, „Alles geben, nichts erwarten!“ Die Kommunistische Partei Ita- liens in der Provinz. Ein Beitrag zur transregionalen Zeitgeschichtsschreibung in Südtirol, in: Regionale Zivilgesellschaft in Bewegung. Festschrift für Hans Heiss, hrsg. von Hannes Obermair, Stephanie Risse, Carlo Romeo (Wien-Bozen 2012) 299–322, hier: 312–316. 83 Carlo Romeo, L’avvio del centrosinistra in Italia e la questione altoatesina, in: Bruno Kreisky und die Südtirolfrage. Akten des Internationalen Kolloquiums aus Anlass seines 25-jährigen Todestages. Bozen, 12. Juni 2015, hrsg. von Gustav Pfeifer, Maria Steiner (Bozen 2016) 87–95.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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