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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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461 Was wusste Bruno Kreisky? wurde Kreisky erneut verhaftet und nach einigen Monaten Untersuchungs- haft vor die Wahl gestellt, entweder eingesperrt zu bleiben oder das Land zu verlassen20. Kreisky emigrierte in der Folge nach Schweden und kehrte im Mai 1946 nach Österreich zurück. Diese Erfahrungen sollten aber nicht nur Kreiskys Eintreten für Südtirol beeinflussen, sondern auch seine spätere Dis- tanzierung von dem zunehmend brutalen Terrorismus. Wie Elisabeth Röhr- lich in ihrer Monographie über die Außenpolitik Kreiskys anmerkt, hatte sich dieser „anfangs offensichtlich in der Rolle des Südtirolfreundes“ gefallen. 1963/64 sollte sich dies aber ändern. Seine Abneigung gegen jegliche Form des Terrors erklärte Kreisky damals mit dem Hinweis auf den Austrofaschis- mus: Ich selbst habe dies hier in Österreich erlebt, 1934. Ich kenne das Leid, das über Familien gebracht wurde, und die Verfolgungen, denen Leute ausgesetzt waren. […] Deshalb habe ich vor dem Terror gewarnt.21 2. „Gut, wenn es in Südtirol einmal bumst“ Wenige Monate nachdem ihn Zechtl über den BAS informiert hatte, kam es zu einem ersten persönlichen Treffen mit führenden Aktivisten. Am 27. Jänner 1960 – „von 09.20 bis 10.45 Uhr“ hatten Wolfgang Pfaundler (1924-2015) vom Nordtiroler BAS und Georg („Jörg“) Klotz (1919-1976) vom Südtiroler BAS ei- nen Termin in Kreiskys Amtsräumlichkeiten – offiziell unter dem Titel: „Vor- sprache für Unterstützung des Schützenwesens und Erbittung von Geld für den Ankauf Schützendekorationen“22. Die Staatspolizei vermerkte lapidar: Im Verlaufe der Unterhaltung soll auch die Lage in Südtirol zur Sprache gekommen sein die von Klotz dargelegt wurde.23 Was genau besprochen worden war, wurde zwei Jahre später zum Gegenstand einer Kontroverse. Klotz, der sich ab März 1962 in österreichischer Untersuchungshaft befand, wandte sich brieflich an Kreis- ky. Er bekundete, dankbar zu sein, falls der Außenminister „Erhebungen an- stellen und gegebenenfalls intervenieren würde“. Offenbar um Kreisky unter Druck zu setzen, nahm Klotz Bezug auf das zwei Jahre zurückliegende Tref- 20 Ebd. 158. 21 Elisabeth Röhrlich, Kreiskys Außenpolitik. Zwischen österreichischer Identität und internationalem Programm (Wien 2009) 214 ff. 22 Peterlini, Feuernacht 67. 23 Mappe BAS Informationen – Vertraulich, 1961. StBKA, Südtirol VII. 9, Box 3
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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