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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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463 Was wusste Bruno Kreisky? mit. Der raucht sie später daheim in Walten an hohen Feiertagen oder zu be- sonderen Anlässen.26 Zehn Monate nach der Vorsprache von Klotz und Pfaundler, am 27. Novem- ber 1960, empfing Kreisky die Führung des Südtiroler BAS erneut. Diesmal war neben Karl Titscher und Jörg Pircher auch der Frangartner Kaufmann Sepp Kerschbaumer (1913–1964) gekommen, der Gründer des BAS. Er war davor schon zweimal nach Wien gefahren. Einmal hatte Kerschbaumer kurz- fristig der Mut verlassen, beim Außenminister von Österreich vorzuspre- chen. Ein zweiter Versuch am 14. November 1960 scheiterte an einem Portier, der Kerschbaumer und drei Begleiter nicht vorbeiließ. Für den 27. November 1960 aber schlug Kreisky vor, die Südtiroler sollten um 16 Uhr in seine Pri- vatwohnung in der Armbrustergasse Nr. 15 kommen – und so geschah es. SPÖ-Landesrat Zechtl, der den Termin organisiert hatte, nahm ebenso teil. Am Abend bat Kreisky seine Gäste zum Heurigen „Poldi Kurz“. Zu der Run- de stießen dann einige der wichtigsten Verbindungsleute des BAS in Öster- reich – der Völkerrechtsexperte und spätere ÖVP-Nationalrat, Felix Erma- cora (1923–1995), der Legationsrat im Außenministerium Josef Dengler, der damalige „Express“-Chefredakteur und spätere ORF-Generaldirektor Gerd Bacher (1925–2015), sowie der Verleger Fritz Molden (1924–2014), zu dessen Portfolio eben dem „Express“ noch „Die Presse“, „Die Wochen –Presse“ und „Abend-Presse“ gehörten27. Über den Inhalt der mehrstündigen Unterhaltung in der Armbruster- gasse gingen die Meinungen später wieder scharf auseinander. In seinen Me- moiren stellte Kreisky die Sache so dar, dass er die Südtiroler vor dem Abgleiten in den Terrorismus bewahren wollte: In Südtirol gab es Tendenzen, den Forderungen nach dem Selbstbestimmungs- recht durch Terrorakte größeren Nachdruck zu verleihen. Ich habe die maßge- benden Vertreter dieser Richtung – integre, ehrliche, knorrige Typen – zu mir nach Hause eingeladen und sie dringend vor solchen Aktionen gewarnt. Aus 26 Eva Klotz, Georg Klotz. Freiheitskämpfer für die Einheit Tirols (Wien 2002) 78. 27 Christoph Franceschini, Die Welle der Sprengstoffanschläge in Südtirol, in: Hand- buch zur neueren Geschichte Tirols. 1. Teil: Politische Geschichte, hrsg. von Anton Pelinka und Andreas Maislinger (Innsbruck 1993) 477.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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