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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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467 Was wusste Bruno Kreisky? mehr eingetretenen Entwicklung gewarnt und die Südtiroler darauf aufmerk- sam gemacht, dass nur die Anwendung friedlicher Mittel auf eine erfolgreiche Lösung des Problems bietet.38 Viele Jahrzehnte später, im Jahr 1999, meldete sich Molden in dieser Sache zu Wort. Im Interview mit der Presse bekundete er: Am besten informiert war der Außenminister, der Kreisky. […] Immer wieder hat Kreisky, der ja weite Wande- rungen mit seinen politischen Gedanken gemacht hat, zu uns gesagt: Schaut’s Euch doch mal Algerien an, Zypern, Israel. Ohne Kampf gibt’s keine Freiheit! Kreisky und der mit ihm befreundete Tiroler Landeshauptmann Eduard Wallnöfer (1913–1989) seien überzeugt gewesen: Das war damals richtig. Beide waren natür- lich traurig über jeden Toten. Aber noch höre ich Kreisky sagen: ‚Die Zyprioten haben auch Tote gehabt, und die Algerier. Als ihm BAS-Angehörige Anfang 1961 quasi als Trophäe einen Splitter der von ihnen gesprengten Duce-Monumentalfi- gur in Waidbruck überbrachten, sagte Kreisky laut Molden: Auf a paar Masten mehr oder weniger solls mir net ankommen.39 Zechtl, damals als einziger Teil- nehmer des Treffens in der Armbrustergasse noch am Leben, nahm Stellung und revidierte seine früheren Aussagen ein wenig: Kreisky hat alles gewusst, aber er hat sich nicht eingemengt. Er hat nicht gesagt: Das dürft ihr nicht tun. Hin- sichtlich der Behauptungen Moldens rund um Kreiskys Redseligkeit meldete Zechtl aber Zweifel an: Er war doch nicht so unvorsichtig, mit solchen Zitaten um sich zu werfen. Der Historiker Franceschini pflichtete bei und sprach von einer Räuberpistole: Es ist falsch, Kreisky als Oberpaten des Terrors hinzustellen. Wie auch große Teile der österreichischen Staatspolizei war er ein stiller Mitwisser40. Zu einem ähnlichen Schluss gelangte Rolf Steininger in seiner Studie „Südtirol zwi- schen Diplomatie und Terror“: Kreisky hatte die Geister sicherlich nicht gerufen und wollte vor allen Dingen mit jenen, die dann zum Terror und Morden übergingen, in der Tat nichts zu tun haben. 1959/60 war klar, dass Attentate durchgeführt werden sollten, die den österreichischen Forderungen vor der UNO und gegenüber Italien 38 Ebd. 140 39 Terroristen gegen Italien – mit Bruno Kreiskys Einverständnis. Fritz Moldens Rolle im Südtiroler Widerstandskampf der „Bumser“, in: Die Presse, 8.1.1999. 40 Herbert Lackner, Als die Masten fielen, in: profil 8 (1999) 42 ff.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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