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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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468 Thomas Riegler Nachdruck verleihen sollten und auch von Politkern als „nützlich“ erachtet wurden.41 Der Journalist Hans Karl Peterlini dagegen beruft sich auf einen weiteren Zeitzeugen aus den Reihen der ÖVP, den damaligen Staatssekretär im Außen- ministerium, Ludwig Steiner (1922–2015). Dieser hatte 2009 bekundet, Kreisky habe die erste Phase der Bombenanschläge in Südtirol nicht nur gewünscht, sondern regelrecht „bestellt“. Für Peterlini war Kreisky offenbar der Annah- me, es bedürfe des Druckaufbaus, um Italiens rigide Haltung zu schwächen und auf der internationalen Bühne die österreichische Position zu stärken42. Michael Gehler wiederum vermutet, dass Kreisky zur Erkenntnis gelangt sei, dass die Aktionen minierbar und steuerbar bleiben. Er mahnte und warnte zwar, sprach sich offenbar nicht gegen jede einzelne Detonation aus. Obwohl ein Menschenleben verachtender Terrorismus keinesfalls in Kreiskys Absicht lag, dürften die Gesprächsteilnehmer den Eindruck gewonnen haben, dass der Außenminister bereit war, Bedenken gegen die eine oder andere Sprengung am geeigneten Platz zurückzustellen.43 3. „Hinterland“ Österreich An dieser Stelle wird es notwendig, den engen Fokus auf Kreisky zu erwei- tern. Der Einsatz des Außenministers war nur ein Aspekt einer generellen Unterstützung für den BAS in Österreich. Diese erstreckte sich auf mehrere Gebiete: Politische, finanzielle, materielle Hilfe, aber auch Schutz vor Aus- lieferung sowie stillschweigende Duldung. Österreich war das strategische „Hinterland“ des BAS. Ohne diesen „Schutzhafen“ wäre die mehrjährige Ter- 41 Rolf Steininger, Südtirol zwischen Diplomatie und Terror 1947–1969, Bd. 3: 1962–1969 (Bozen 1999) 254. 42 Hans Karl Peterlini, Das Unbehagen in der Geschichte. 50 Jahre Feuernacht – eine Auseinandersetzung, http://www.hanskarlpeterlini.com/Das%20Unbehagen%20in%20 der%20Geschichte.pdf, letzter Zugriff 16.12.2016. 43 Michael Gehler, „… dass keine Menschenleben geopfert werden sollten – das war der Plan.“ Die Bozner „Feuernacht“ und die Südtirol-Attentate der 1960er Jahre, in: Von Sarajewo zum 11. September. Einzelattentate und Massenterrorismus, hrsg. von Michael Gehler, Rene Ortner (Innsbruck 2007) 205–256, hier 235.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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