Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Nach 1918
Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Seite - 471 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 471 - in Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert

Bild der Seite - 471 -

Bild der Seite - 471 - in Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert

Text der Seite - 471 -

471 Was wusste Bruno Kreisky? mer nur übrig, seine Mandate als Obmann der Tiroler Volkspartei und als Landesregierungsmitglied am 10. August 1961 niederzulegen52. Oberhammer griff aber weiter in die operative Leitung des BAS ein, wie aus einem Doku- ment von 1964 hervorgeht. Darin werden die Aussagen eines in Italien festge- nommen BAS-Anführers an den damaligen Innenminister Franz Olah (SPÖ) berichtet. Demnach war Oberhammer nicht nur eine der „Hauptfinanzie- rungsquellen“ des BAS, sondern gab auch die „Richtlinien und Ratschläge“ auf dem Organisationssektor, „vor allem hinsichtlich der operativen Eingriffe in Bezug auf Zeitpunkt, Häufigkeit und Tragweite der Terrortätigkeit, er ent- schied das Datum 4. 8. als Beginn des Terrorplanes 1963“53. Die Beziehung des BAS zum politischen Establishment in Südtirol wa- ren dagegen komplex: Während sich in Nordtirol vor allem bürgerliche Intel- lektuelle für den BAS engagierten, setzte sich die ungleich größere Organi- sation in Südtirol überwiegend aus dem bäuerlichen Milieu zusammen. Von daher misstrauten die BAS-Leute der bürgerlich-urbanen SVP, wie die öster- reichische Staatspolizei 1961 vermerkte: Man ist der Meinung, dass der maßge- bende Teil im Wesentlichen das sogenannte nimmersatte Bürgertum vertritt und die- ses wiederum nachdem es die italienischen Geschäftsmethoden kennengelernt hat, gar kein Interesse an einem Anschluss an Österreich hat.54 Die Kontakte zwischen SVP und BAS beschränkten sich nicht nur aufgrund von Auffassungsunterschie- den auf ein Minimum. Die Politiker Hans Dietl und Franz Widmann wurden informiert, ansonsten achtete man darauf, die SVP nicht zu kompromittieren, weil dies den italienischen Behörden vielleicht den Vorwand geliefert hätte, die Partei aufzulösen55. Neben den politischen Kontakten war Österreich als Quelle der für den Untergrundkampf notwendigen Mittel unerlässlich: Die Aufrüstung des BAS vollzog sich über mehrere Jahre – praktisch unter den Augen der öster- reichischen Staatsmacht. Sepp Kerschbaumer sei sich bewusst gewesen, dass der BAS nur dann eine Aktion großen Stils über die Bühne bringen könne, wenn er Hilfe aus Österreich bekam. Auf sich alleine gestellt, würde man das Ziel, das man sich 52 Herlinde Molling, So planten wir die Feuernacht. Protokolle, Skizzen und Strategie- papiere aus dem BAS-Archiv (Bozen 2011) 325 f. 53 Mosser, Schuöcker, Jelinek, Feuernacht 201 ff. 54 BAS Informationen Juli 1961. StBKA Südtirol VII. 9, Box 3. 55 Peterlini, Südtiroler Bombenjahre 158 ff.
zurück zum  Buch Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert"
Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die schwierige Versöhnung