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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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478 Thomas Riegler Er war mit seinen früheren Kontaktleuten beim österreichischen Widerstand zusammengetroffen, darunter mit Pfaundler. Mayer habe sich über die „Ver- hältnisse in Südtirol“ erkundigt, mutmaßte die Staatspolizei: Es ist anzunehmen, dass der amerikanische Nachrichtendienst auf diese Wei- se sich ein Bild über die Verhältnisse in Südtirol verschaffen will. Da Pfaund- ler sehr gut informiert ist und sonst als minderwertiger Charakter bezeich- net werden kann, kann angenommen werden, dass es Mayer sicher gelungen wird, von Pfaundler entsprechende Informationen zu erhalten. Mayer kün- digt auch an, dass er künftiglich öfters nach Innsbruck kommen werde, um seine alten Freunde zu besuchen.82 Zu Pfaundler existiert im online abrufbaren Dokumentenbestand, den die CIA im Zuge des Nazi War Crimes Declassification Acts freigegeben hat, ein schmales name file. Daraus wird ersichtlich, dass er bis Ende 1950 ein Agent gewesen sein muss – die CIA ließ ihn aber fallen, nachdem man dahinter gekommen war, dass er gleichzeitig eine wichtige Quelle des ehemaligen SS-Hauptsturmführers Otto von Bolschwing war83. Dieser hatte unter dem Decknamen USAGE ab 1947 zunächst für die Organisation Gehlen (ORG), Vor- läufer des Bundesnachrichtendiensts (BND), und ab 1950 für die CIA in Wien mehrere Informanten-Netzwerke aufgebaut. Pfaundler gehörte zum „CC net“, dem Führungsstab Bolschwings und war mit diesem direkt in Kontakt. Bemerkenswerterweise zählte zum „Socialist Party net“ auch Zechtl. Leiter dieses Netzes war der Staatspolizist Oskar Modelhart84. Deshalb ist laut Fran- ceschini nicht sicher, ob sich Zechtl bewusst war, dass seine Informationen an ausländische Nachrichtendienste gingen: Tatsache ist, dass die CIA noch 1968 Rupert Zechtl in ihrer Personenkartei als ehemaligen Agenten des deutschen Bundesnachrichtendienstes (‚BND former Agent‘) führte.85 82 Mappe BAS Informationen – Vertraulich, 1961. StBKA, Südtirol VII. 9, Box 3. 83 Agent Status Report, 27.11.1950, https://www.cia.gov/library/readingroom/docs/ PFAUNDLER%2C%20WOLFGANG%20VON_0013.pdf, letzter Zugriff: 14.11.2016. 84 Usage Status as of 15.6.1951, http://www.foia.cia.gov/sites/default/files/document_ conversions/1705143/BOLSCHWING%2C%20OTTO%20%28VON%29%20%20%20VOL.%20 1_0173.pdf, letzter Zugriff: 14.11.2016. 85 Franceschini, Bruno Kreisky und die Attentäter – Mythos und Wirklichkeit, in: Pfei- fer, Steiner, Kreisky 123–151, hier 136 f.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
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