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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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482 Thomas Riegler Dieser soll die Auskunft gegeben haben, für eine Untergrundbewegung sollen nur junge Leute angeworben werden, weil nur von diesen die nötige Härte und Rücksichtslosigkeit zu erwarten sei, zumal diese ja weniger Bindungen und daher auch weniger Hemmungen haben.95 Anfang 1961, als die erste Anschlagswelle des BAS gerade begonnen hatte, spielte Kreisky in einem Interview auf Zypern und Algerien sowie deren Vor- bildwirkung an: Diese jungen Leute kommen zu dem, wie ich glaube, vollkommen falschen Schluss, dass man mit ähnlichen Methoden in Zypern eine Lösung herbei- geführt und dass man auch in Algerien durch gewaltsame Methoden doch immerhin eine gewisse Bereitschaft Frankreichs erzwungen hat, im Rahmen des Selbstbestimmungsrechts das Problem zu lösen.96 Allerdings war es in Südtirol, wie Peterlini angemerkt hat, lange „zu ruhig“: Die Strategiediskussionen der Politiker und Diplomaten, wie die Ruhe zur Unru- he aufgeputscht werden könnte, drehten sich bei weitem nicht nur um gewaltsame Aktionen, aber sie schlossen auch solche mit ein.97 Freilich wurde nicht nur auf der Ebene der Entscheidungsträger so gedacht. Kurt Welser sagte zu einem BAS-Sprengstofflieferanten, dass das Problem Südtirol werde vor die UNO kom- men und die italienische Regierung werde den Forderungen Österreichs mit der Be- gründung entgegentreten, dass die italienisch-südtirolerische Bevölkerung ohnehin zufrieden wäre, was eindeutig aus ihrem ruhigen Verhalten zu erkennen sei. Aus diesem Grunde wäre es an der Zeit, die Südtiroler zu unterstützen und sie in die Lage zu bringen, Störaktionen durchzuführen98. Einigen der Nordtiroler BAS-Leu- te konnte es nicht schnell genug gehen. Zechtl meldete Ende 1959 an Kreis- ky, dass Oberhammer durch seine Mittelsmänner zur BAS versucht hat, vor Deiner UNO-Rede in Südtirol Sprengstoffanschläge durchzuführen99. Auch Molden hatte schon am 7. April 1959 beim Mittagessen mit dem Generalsekretär im Außen- 95 Robert Zechtl an Bruno Kreisky, 8.9.1959. StBKA, Südtirol VII. 9, Box 3. 96 Ein Algerien am Brenner?, in: Der Spiegel, 8 (1961), 64–73. 97 Hans Karl Peterlini, Innenansichten eines Aufstands, in: Molling, Feuernacht 9. 98 Information, 24.10.1960. ÖSTA, AdR, BMI, 24.451 – 2B/61. 99 Robert Zechtl an Bruno Kreisky, 9.12.1959. StBKA, Südtirol VII. 9, Box 3.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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