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Nach 1918
Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Seite - 493 -
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493 Was wusste Bruno Kreisky? in der Wiener Innenstadt (Riemergasse Nr. 10) – den Schützenhut und einen Säbel über dem Bett befestigt140. 1965 wandte sich der Tiroler Landeshauptmann Eduard Wallnöfer an Kreisky. Klotz sei bedenklich krank: Wenn er in einem Krankenhaus in Wien oder auch nur in einem außerhalb des Landes Tirol sterben sollte, wird man einen Helden geschaffen haben, der in der Fremde geblieben ist. Um dies zu verhindern, schlug Wallnöfer vor, Klotz in Tirol eine ordentliche Existenzgrundlage zu schaffen141. Kreisky hielt das für eine menschlich gute Lösung, wenngleich er anmerkte Ich bitte Sie aber schon, sehr geehrter Herr Landeshauptmann, dass Sie Herrn Klotz die Situation klarmachen und von ihm die Zusage verlangen, dass er in Zukunft an keinerlei Gewaltaktionen oder Plänen teilnimmt oder dazu aufmuntert.142 Klotz machte eine entsprechende Zusage, nahm aber die angebotene Wohnung und Arbeitsmöglichkeit nicht an. Erneut kam es nach mehreren Interviews und Aufrufen von ihm über einen „Freiheitssender“ zur Konfrontation mit den Behörden. Ein Emissär warnte Landeshauptmann Wallnöfer, dass die Ver- handlungsbereitschaft Italiens beeinträchtigt werde, wenn man die neue Welle der Aktivität der Terroristen nicht unterbinde. Dem verantwortungslosen Verhal- ten der Extremisten müsse energisch entgegengetreten werden143. Klotz wur- de erneut in Schubhaft genommen – doch der Versuch, ihn in Deutschland unterzubringen, scheiterte144. Man wurde das Problem Klotz nicht los. 1969 wurde ihm der Aufenthalt in Tirol wieder erlaubt. Dort lebte er zurückgezo- gen in einer einfachen Holzhütte im Gemeindegebiet von Telfs bis zu seinem Tod 1976 im Alter von 57 Jahren. Nach Südtirol, wo die Ehefrau und die sechs Kinder verblieben waren, hatte er nicht mehr zurückkehren können145. Noch am 19. Juni 1974 hatte sich Klotz brieflich an den nunmehrigen Bundeskanzler Kreisky gewandt und versprochen, dass er sich im Falle einer Begnadigung 140 Klotz, Klotz 253. 141 Wallnöfer an Kreisky. ÖSTA/AdR, BMI, II/C 106.380/76, Georg Klotz, Akte 1965-1968, Bd. II. 142 Kreisky an Wallnöfer, 2.4.1965. ÖSTA/AdR, BMI, II/C 106.380/76, Georg Klotz, Akte 1965-1968, Bd. II. 143 Maßnahmen gegen Georg Klotz und den illegalen Tiroler Freiheitssender, 27.1.1966. ÖSTA/AdR, BMI, II/C 106.380/76, Georg Klotz, Akte 1965-1968, Bd. II. 144 Georg Klotz, Mündlicher Bericht an den Ministerrat, 8.3.1966. ÖSTA/AdR, BMI, II/C 106.380/76, Georg Klotz, Akte 1965-1968, Bd. II. 145 Klotz, Klotz 326–339.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
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