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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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504 Luciano Monzali Das Moro-Waldheim-Abkommen aus dem Jahr 1969 ebnete den Weg für bes- sere italienisch–österreichische Beziehungen. Markiert wurde dieser neue Kurs vom Besuch des österreichischen Bundespräsidenten Jonas vom 15. bis 18. November 1971 in Rom. Gemeinsames Ziel dieses Staatsbesuches war es, die Zusammenarbeit zwischen den Ländern zu erweitern und zu verstärken, vor allem auf wirtschaftlicher und kultureller Ebene12. Bei dieser Gelegenheit wurde eine gemischte italienisch-österreichische Kommission eingesetzt, um die wirtschaftliche Zusammenarbeit anzukurbeln und das lange zurücklie- gende bilaterale Abkommen von 1952 zu erneuern. Auch in den 1970er-Jahren setzte sich Andreotti für die Verbesserung der italienisch-österreichischen Beziehungen ein und garantierte die allmähliche Umsetzung sowie An- wendung der 1969 mit der SVP und Österreich geschlossenen Vereinbarun- gen, die eine von beiden Seiten akzeptierte friedliche Lösung des Südtirol- Konflikts vorsahen. Die Umsetzung des „Operationskalenders“ und des Maßnahmenpa- kets fand schrittweise statt. In Kopenhagen hatten sich beide Regierungen dazu verpflichtet, die in den 18 Punkten enthaltenen Bestimmungen inner- halb von fünf Jahren umzusetzen. Dazu zählte auch die Durchführung des mit der SVP vereinbarten Pakets: die Genehmigung der 137 Rechts- und Ver- waltungsvorschriften betreffend die Provinz Bozen und die Region Trenti- no-Südtirol. Hinsichtlich der wichtigsten Maßnahme von allen, die Verab- schiedung eines neuen Statutes für die Region Trentino-Südtirol und eine Stärkung der Provinz Bozen, die viele regionale Zuständigkeiten überneh- men sollte, löste Italien seine Versprechen rechtzeitig ein. Das neue Statut wurde 1971 nach den erforderlichen Parlamentswahlen verabschiedet und trat 1972 in Kraft. Neben dem Statut setzte die italienische Regierung auch 14 der im Paket enthaltenen 15 Maßnahmen um, die mit einfachem Gesetz zu verwirklichen waren. Die Frist von fünf Jahren erwies sich aber als zu kurz, um das gesamte Südtirol-Paket zu realisieren. Damit die Provinz Bo- zen die Zuständigkeiten in den Sachbereichen, die ihr das Statut zuerkannte, auch übernehmen konnte, mussten Durchführungsbestimmungen von spe- della vita. Ricordi di un diplomatico (Roma 1990); Ders., Scritti di politica estera 1944–1991, 3 Bde. (Firenze 1991–1993). 12 Siehe dazu die Überlegungen des italienischen Botschafters Aillaud in Wien: ILS, AA, Austria, b. 792, Aillaud an das Außenministerium, 21. Oktober 1971.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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