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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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507 Giulio Andreotti, die Südtirolfrage und Österreich (1972–1992) Assoziierung Österreichs mit der EWG akzeptierte Wien die Idee, mit der EWG nur über den Abschluss eines Freihandelsabkommens zu beraten. 1972 besuchte Kreisky verschiedene EWG-Länder, um die Unterzeichnung dieses Abkommens zu beschleunigen. Im Rahmen dieser Reisen besuchte er am 7. und 8. April 1972 auch Rom. Andreotti bekräftigte gegenüber Kreisky Italiens volle Unterstützung für einen raschen Abschluss des Vertrages zwischen Österreich und der EWG, welcher den gegenseitigen Interessen Rechnung tragen und auch den Wunsch Österreichs, der EWG beizutreten, bestätigen würde. Auch dank der Unterstützung Italiens unterzeichnete Österreich am 22. Juli 1972 mit der Europäischen Gemeinschaft zwei Abkommen: Das erste betraf die Produkte der EWG und das zweite die Produkte der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS). Durch die Vereinbarung über die EWG–Produkte wurde eine Freihandelszone für Industrieerzeugnisse geschaffen, wobei die vorgesehene Zollverringerung in fünf Etappen zu erfolgen hatte. In der zwei- ten Vereinbarung galten in Bezug auf die Produkte der EGKS die gleichen Vorschriften wie für die Produkte der EWG – sowohl hinsichtlich der Tari- fe als auch hinsichtlich des Ablaufs des Abkommens und der einschlägigen Schutzklauseln. Die Verträge zwischen Österreich und der EWG, die den gleichen Stel- lenwert wie die von den anderen EFTA und nicht EWG-Mitgliedsstaaten un- terzeichneten Verträge hatten, traten am 1. Jänner 1973 in Kraft. Vom Freihan- delsabkommen mit der EWG wurde zunächst der Landwirtschaftsbereich ausgeschlossen. In den nachfolgenden Jahren sollten dann branchenspezi- fische Übereinkommen zwischen Österreich und der EWG für Rindfleisch, Wein und Käse abgeschlossen werden. Im Sommer 1973 wurde dem Experiment einer von Andreotti geleite- ten zentristischen Regierung ein Ende gesetzt. Die DC fand sich intern wie- der zusammen und Moro schloss mit Fanfani den sogenannten „Pakt von Palazzo Giustiniani“ ab, womit die Rückkehr zu einer Mitte-Links-Regierung besiegelt und Fanfani zum Parteisekretär ernannt wurde18. Letztendlich wur- de Andreottis Regierung durch eine neue Mitte-Links-Regierung unter der Führung von Mariano Rumor abgelöst. Andreotti rückte jedoch schon bald 18 Piero Craveri, La Repubblica dal 1958 al 1992 (Torino 1995) 522; Formigoni, Storia d’Italia nella Guerra Fredda, 429 ff.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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