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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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510 Luciano Monzali (Deutsche, Italiener und Ladiner) vergeben werden mussten. Die Durchset- zung der Zweisprachigkeit und des sogenannten ethnischen Proporzes, der in der Tat zu einer Verminderung der italienischen Präsenz im öffentlichen Dienst der Provinz führte, war ein klares Zeichen dafür, dass die römische Regierung das Leben und die Zukunft der deutschsprachigen Bevölkerung in Südtirol nicht beeinträchtigen würde. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Abgeordneten der SVP der Regierung Andreotti im Juli 1976 ihr Ver- trauen ausdrückten24. Anlässlich des Besuches von Außenminister Willibald Pahr in Rom im Mai 1977 zog das Generalsekretariat des italienischen Außenministeriums Bilanz über den Status der österreichisch-italienischen Beziehungen und leg- te besonderes Augenmerk auf die Situation in Südtirol und auf den Durch- führungsprozess des Pakets25. Laut italienischer Diplomaten wusste die Re- gierung in Wien sehr wohl, dass die SVP überwiegend für die Verzögerun- gen verantwortlich war, da sie durch das Hinausschieben der Arbeiten der gemischten Kommission möglichst viele Forderungen durchsetzen wollte, vor allem hinsichtlich einer extensiven Auslegung der im Paket enthaltenen Maßnahmen: Von Seiten Italiens sei darauf hingewiesen, dass eine Verlängerung der ur- sprünglich festgelegten Frist vom 20. Januar 1974 bei der gemischten Kom- mission angesucht wurde, in der einvernehmlichen Überzeugung, dass die Arbeit über zu enge Fristen hinaus fortzusetzen war. Unsere Regierung hat mehrmals die Kommission dazu aufgefordert. Dies stieß oft auf viel gravie- rendere Schwierigkeiten als gedacht, vor allem infolge der äußerst extensiven Auslegungen der Statutenvorschriften, die die lokalen Vertreter im Zuge der Arbeiten einzuführen versucht habe.26 In einem anonymen Vermerk, der sich in dem für das Gespräch mit Pahr vom Außenministerium vorbereiteten Akt befindet und der vermutlich Al- cide Berloffa, einem ehemaligen christlich-demokratischen Parlamentarier 24 Andreotti, Diari 1976–1979. Gli anni della solidarietà 29. 25 ILS, AA, Austria, b. 792, Ministero degli Affari Esteri, „Pacchetto“, ohne Datum (aber Mai 1977). 26 Ebd. (Übers. d. Verf.)
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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