Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Nach 1918
Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Seite - 519 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 519 - in Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert

Bild der Seite - 519 -

Bild der Seite - 519 - in Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert

Text der Seite - 519 -

519 Giulio Andreotti, die Südtirolfrage und Österreich (1972–1992) Jahresende erschien nun wahrscheinlich. Das einzige und letzte Hindernis auf diesem Weg war die SVP. Ein Teil der Südtiroler Volkspartei äußerte sich besorgt über die Zeit nach der Verwirklichung des Pakets, da befürchtet wur- de, Italien könne einige seiner Zugeständnisse rückgängig machen und Ös- terreich habe nach der Streitbeilegungserklärung eine geringere Schutzmacht über Südtirol. Daher waren viele gegen das Vorhaben Wiens, die Lösung des Konflikts mit Rom zu beschleunigen, und forderten, den Schutz der deutsch- sprachigen Bevölkerung Südtirols international zu verankern. Die SVP war de facto gespalten: auf der einen Seite Landeshauptmann Silvius Magnago und seine Anhänger, die den Wünschen Wiens nachkommen und das Paket zum Abschluss bringen wollten; auf der anderen der Flügel, der von Alfons Benedikter, Mitglied des Bozener Provinzialausschusses, angeführt wurde und Kritik an der angeblichen Fügsamkeit des alten Obmanns der SVP übte. Die Situation innerhalb der Partei wurde noch kritischer, als Magnago be- schloss, sich aus der Führung der SVP und dem Bozener Provinzialausschuss zurückzuziehen, um einer neuen Generation von Politikern Platz zu machen. Im September 1988 berichtete Bruno Bottai, der Generalsekretär des Außen- ministeriums, an Andreotti, dass Magnago gegenüber dem Minister geäußert habe, er befinde sich durch Benedikters Kritik in großer Bedrängnis, sei aber trotzdem bereit, auf dem Kongress der SVP Ende des Jahres die Annahme des Pakets zu fordern45. Doch aufgrund der Verzögerungen durch den italieni- schen Gesetzgeber und der innenpolitischen Spannungen der SVP (Magnago erhielt mit seiner Linie die Mehrheit, Benedikter trat aus der SVP aus und gründete eine neue radikale Südtiroler Partei, die „Liste für Südtirol“) zöger- te sich die Billigung des Pakets noch weiter hinaus. Im Laufe der Jahre 1988 und 1989 wurde der EWG-Beitritt für die Re- gierung in Wien notwendiger denn je. Der EWG-Markt entwickelte sich zu- sehends lebendiger und dynamischer. Der sich in Mittel- und Osteuropa voll- ziehende Wandel deutete darauf hin, dass Österreich seine politische Neut- ralität überwinden und der EWG beitreten musste, um die sich ergebenden Chancen nützen zu können. Am 7. Jänner 1989 traf sich Andreotti erneut mit Mock, diesmal in Paris am Rande der Internationalen Konferenz über das Verbot von Chemiewaffen. Die beiden Minister sprachen über die Südtirol- 45 ILS, AA, Trentino–Alto Adige, b. 21, Bruno Bottai, Anmerkung für den Minister, 22. September 1988.
zurück zum  Buch Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert"
Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die schwierige Versöhnung