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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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520 Luciano Monzali frage und kommentierten das Anwachsen des Movimento Sociale Italiano (MSI), der rechtextremen nationalistischen Partei, bei den Regionalwahlen in Südtirol. Mock war der Ansicht, man müsse Magnagos hohes Ansehen nutzen und den Südtirol-Konflikt so bald als möglich lösen. Andreotti gab der Überzeugung Ausdruck, dass auch die Begeisterungswelle für den MSI abebben werde, sobald die letzten Probleme hinsichtlich des Pakets gelöst seien. Hinsichtlich der EWG drückte Mock seine Dankbarkeit im Namen Öster- reichs für die Unterstützung Italiens aus und schilderte dabei die internen Schwierigkeiten, die in Österreich im Zusammenhang mit einem EWG-Bei- tritt bestanden46. Ein weiteres Hindernis stellte der Transitverkehr über den Brenner dar, der für die Betroffenen auch eine emotionale Angelegenheit war. Laut Mock lag die Lösung darin, dem Schienenverkehr den Vorzug zu geben und rasch einen Tunnel unter dem Brennerpass zu bauen. Nur so könne man vermeiden, dass sich in Österreich die gleiche Situation wie in der Schweiz hinsichtlich des innengemeinschaftlichen Verkehrs entwickeln würde. An- dreotti war der Überzeugung, die EWG würde die Landwirtschaft weiter- hin unterstützen. Auch in Italien hegten die Wirtschaftsträger ursprünglich Zweifel an den Vorteilen eines EWG-Beitritts. Erst später wurden sie dann zu starken Befürwortern47. Bei der Eröffnung der Verhandlungen über eine Reduzierung der konventionellen Waffen in Wien führte Andreotti Gesprä- che mit Vranitzky, Mock sowie dem österreichischen Bundespräsidenten und bekräftigte bei dieser Gelegenheit, dass von Seiten Italiens dem EWG-Beitritt Österreichs nichts im Wege stehe und die Neutralität des Landes kein Hin- dernis sei: Für Italien sei Österreichs Zugehörigkeit zur Europäischen Ge- meinschaft eine „logische Tatsache“48. Am 17. Juli 1989 stellte die österreichische Regierung formell das Ansu- chen für die Aufnahme in die EWG, die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) und die Europäische Atomgemeinschaft (EURATOM)49. 46 ILS, AA, Austria, b. 790, Außenministerium an die italienische Botschaft in Wien, 9. Jänner 1989. 47 Ebd. 48 Paolo Lepri, Andreotti: „Sì“ all’Austria, in: Il Giornale d’Italia (8. März 1989). 49 Die drei Briefe, die Mock an Dumas, den französischen Außenminister und Präsiden- ten des EWG-Rates, sandte, sind vom 14. Juli datiert. Der Wortlaut des Beitrittsansuchens findet sich in: Gehler, Österreichs Außenpolitik der Zweiten Republik, Bd. 2 587 f. Zu den von Österreich ergriffenen Maßnahmen, um der EG beizutreten siehe auch Ders., Vom Mar-
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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