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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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528 Luciano Monzali nomiestatus der Region Trentino-Südtirol von 1972 angeschlossen werden, mit einer Erklärung, durch welche die italienische Umsetzung des Pakets an die Einhaltung des Gruber-De-Gasperi-Abkommens geknüpft werden sollte: Riz […] – so Bottai – erklärte sich bereit, den Südtirol-Streitfall beizulegen nur unter der Voraussetzung, dass der vorgeschlagene Wortlaut in dem an Österreich zu übermittelnden Text der benannten Akte angenommen werde. Ansonsten sehe er sich gezwungen, von seinem Amt zurückzutreten. Nichts hätte die SVP umgestimmt, weder die Entscheidung Italiens, den Streitfall als abgeschlossen zu erklären, infolgedessen dann die „Quietanza“ innerhalb von 50 Tagen seitens Österreich ausgestellt worden wäre, noch das Abkommen mit Wien. Riz führt seine Forderungen auf das Bedenken seiner Partei (das jedoch teilweise auch ein persönliches Bedenken war) zurück, dass die Auto- nomie der Provinz Bozen infolge der angekündigten Reformen, von denen auch die Regionen betroffen waren, ausgehöhlt werden konnte und dass die Provinz Bozen die auf dem Gruber-De Gasperi-Abkommen basierende diffe- renzierte Autonomie verlieren hätte können65. Den Forderungen von Riz nachzukommen, hätte bedeutet, die traditionel- le Argumentation Italiens zu verleugnen, wonach mit der Einrichtung des Autonomiestatuts für die Region Trentino-Südtirol im Jahr 1948 das Ab- kommen von 1946 in vollem Umfang umgesetzt worden sei und die übrigen Bestimmungen des Pakets davon unabhängige, unilaterale Zugeständnisse des italienischen Staates darstellten. Angesichts der unbeirrbaren Positionen von Riz und der SVP, ohne deren Zustimmung die Regierung in Wien die Südtirolfrage nicht beilegen konnten, hatten die italienischen Beamten des Außenministeriums und der Affari Regionali (Regionale Angelegenheiten) zu- sammen mit Riz die Formulierung der Texte geprüft und ausgehandelt, die der Südtiroler Politiker dem an Österreich zu richtenden Schreiben beigefügt wissen wollte. Zu diesem Zeitpunkt musste Italien laut Bottai eine grundle- gende Entscheidung treffen. Es gab drei Alternativen: 65 Ebd. (Übers. d. Verf.)
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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