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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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537 Giulio Andreotti, die Südtirolfrage und Österreich (1972–1992) an die Europäische Gemeinschaft, die mit dem Maastricht-Vertrag zur Europäischen Union geworden war, hatte sich weiter vereinfacht89. Giulio Andreotti gebührt das Verdienst, einer der umsichtigsten und kon- sequentesten Akteure der Versöhnungs- und Kompromisslinie mit dem österreichischen Nachbarn gewesen zu sein, welche die italienische Führung nach dem Zweiten Weltkrieg mit einer klaren und strategischen politischen Vision verfolgte. Andreotti hatte De Gasperis Lektion verinnerlicht, und zwar nicht so sehr in der Art Politik zu begreifen und zu betreiben, sondern viel- mehr, indem er einige Entscheidungen des Trentiner Staatsmannes auf inter- nationaler Ebene teilte: die Förderung des europäischen Integrationsprozes- ses, den Glauben an eine friedliche Koexistenz mit den Nachbarstaaten und die Überzeugung, dass regionale und lokale Autonomien ein friedenstiften- des und die europäischen Völker einendes Instrument seien. 89 Am 11. Juni gab der noch für wenige Tage Ministerpräsident gewesene Andreotti ei- nen öffentlichen Kommentar über die Beilegung des Streits zwischen Italien und Österreich: „Ich freue mich sehr über die Südtiroler-Streitbeilegung, da ich all die damit zusammenhän- genden Ereignisse – fröhliche sowie traurige – hautnah erlebt habe, angefangen von den in der Nachkriegszeit bevorstehenden Risiken einer Auflösung. Die weitreichende Autonomie, die die Provinz Bozen seit dem Abschluss des Gruber-De-Gasperi-Abkommens vom 1946 und deren Ergänzungen genießt, soll als europäisches Beispiel dafür dienen, wie ein auf- bauendes Zusammenleben zwischen Völkern unterschiedlicher ethnischer Abstammung er- reicht werden kann. Die UN wird bestimmt unsere gemeinsam mit Österreich präsentierte Mitteilung mit vollster Zufriedenheit entgegennehmen. Das ist eine weitere entscheidende Etappe, auf die unser Parlament und die Regierung stolz sein müssen. Ich verhehle nicht, dass ich es sehr bedauert hätte, hätten wir die Lösung nicht gefunden, denn die Zeit für eine Lösung dieses Problems war nun reif.“, in: ILS, AA, Trentino-Alto Adige, b. 21, Presidenza del Consiglio die Ministri, Ufficio Stampa, Pressemitteilung, 11. Juni 1992. Siehe dazu auch Giulio Andreotti, Autonomia tutelata, in: Il Popolo (12.6.1992).
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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