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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Seite - 540 -
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540 Hans Heiss Was läge näher als die Kooperation zwischen drei Ländern, die zudem in wirtschaftlicher Hinsicht in vergleichbarer Gewichtung von Landwirtschaft, Industrie und Dienstleistungen, vorab des Tourismus, einen Spitzenrang in- nerhalb der EU-Regionen behaupten? Trotz solcher Gunstfaktoren mündeten die Entstehung, der Ausbau und die Verflechtung der Euregio jedoch keineswegs in jene win-win-Situ- ation, die sich eigentlich erwarten ließe. Ihr Beispiel verdeutlicht zwar die Spielräume einer Grenzen überschreitenden Zusammenarbeit und beweist sich damit als ein Testfeld europäischer Kooperation. Der Blick auf die Eu- regio belegt, welche Potenziale aus Zusammenarbeit erwachsen und welche Gemeinsamkeit der Interessen grundsätzlich vorhanden wäre. Der Erfolg stellt sich zwar ein, wiewohl nicht mit der Geschwindigkeit und Nachhaltig- keit, die eigentlich zunächst erhofft worden war. Der mühsame Alltag der Kooperation und die ebenso notwendige wie oft stockende Kommunikation beeindrucken in einem regionalen Raum, der historisch, wirtschaftlich und kulturell über viele Gemeinsamkeiten verfügt. Aber der unterschiedliche staatliche, regionale und rechtliche Rahmen er- weist sich – ebenso wie die voneinander abgegrenzten Kommunikationsräu- me – oft genug als schwer überwindbar. Auch die kulturelle Ausrichtung, die Lebensstile und Interessenfelder sind trotz scheinbarer Ähnlichkeiten weit disparater als sich auf den ersten Blick annehmen ließe. Die politische Kultur, der Kontext der Nationalstaaten und ihrer Institutionen entfalten neben dem regionalen Partikularismus einen Eigensinn, der die Kooperationsbemühun- gen mitunter flankiert, sie oft aber auch kaum sichtbar unterläuft. So gelten zwar in den letzten Jahren der Festigung der Euregio erheb- liche Anstrengungen, ihre konkrete Ausgestaltung lässt aber weiter viele Wünsche offen. Nachdem sie lange Zeit ohne rechtliche Grundlage geblieben war und eine vielfach nur deklaratorische Basis der Zusammenarbeit bildete, hat sie in Gestalt des EVTZ (Europäischer Verbund Territorialer Zusammen- arbeit) seit 2011 eine zwar schmale, aber tragfähige Rechtsform gewonnen, wenn auch die institutionelle Bezeichnung abschreckend wirkt. Da bereits der Name Euregio wenig euphorisierend ist, nimmt sich das Kürzel EVTZ noch weniger motivierend aus. Trotz solcher Einschränkungen bildet die Europaregion zudem einen wichtigen Indikator der bilateralen Beziehungen zwischen Italien und Ös-
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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