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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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549 Die Euregio Tirol-Südtirol-Trentino Trentino etwa in den Vorstellungen von Landeshauptmann Weingartner eine untergeordnete Rolle spielte18. Trotz des Abbaus institutioneller und rechtlicher Hürden kam die kon- krete Ausgestaltung der Europa-Region Tirol vorerst nur schleppend voran, da sich die Annäherung der Landesteile in der Phase ab 1995 einerseits gleich- sam selbstlaufend durch den EU-Beitritt Österreichs vollzog, während die Eigeninteressen der Länder in diesen Zeitraum neuerdings starkes Gewicht erhielten. Trotz gemächlicher Gangart wurden die neuen Chancen nun verstärkt in Anspruch genommen. Neben den genannten Gunstfaktoren mit absehba- ren Reibungselementen, die den Prozess der Zusammenarbeit aber nur wenig belasteten, wirkte nach 1990 der Auftritt neuer ethnoregionaler Bewegungen als Push-Faktor, der einer Europa-Region förderlich erschien: Nach dem Fall der Berliner Mauer und des Eisernen Vorhangs regten sich in Südtirol neue politische Kräfte, die für die Sezession von Italien und einen Freistaat plä- dierten19. Der ab 1990/91 einsetzende Zerfall Jugoslawiens mit dem vorzeitigen Ausstieg des Österreich und Italien benachbarten Slowenien machte großen Eindruck, sodass im Herbst 1991 politische Aktionen wie die Brennergesprä- che, lanciert von einem Initiativkomitee Junges Tirol (Slogan: „Tiroler Einheit jetzt!“) mediales Aufsehen erregten. Im Frühjahr 1991 hatten sich bereits die Landtage von Tirol, Südtirol und dem Trentino erstmalig gemeinsam ge- troffen, wobei die Einbeziehung des Trentino ein großes Novum darstellte20, noch mehr als die Präsenz des Bundeslands Vorarlberg, das bei diesem Vie- rer-Landtag gleichfalls eingebunden war, allerdings nicht mit langer Dauer. Ab 1991 war evident, dass in einer neuen Phase regionaler, bilateraler und europäischer Politik von erhöhter Dynamik auch die vormaligen Teile des Kronlands Tirol nach einem neuen Verhältnis zueinander suchten und erweiterte Manövrierräume erkundeten. Es erschien als echte Neuigkeit, dass unter der Ägide von Südtirols Landeshauptmann Luis Durnwalder (1989– 2014), seiner Tiroler Kollegen Alois Partl (1987–1993) und Wendelin Wein- gartner (1993–2002) sich die Beziehung zum Trentino weit spannungsfreier 18 Vgl. Werth, Raum – Region – Tirol 207. 19 Vgl. ebd. 378–382. 20 Vgl. Werth, Raum – Region – Tirol 201.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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