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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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551 Die Euregio Tirol-Südtirol-Trentino pa24. Bis um 1980 signalisierten an der österreichisch-italienischen Grenze fallweise scharfe Kontrollen nationalstaatliche Härte. Anfang April 1998 erwies sich die Umsetzung des Schengen-Abkom- mens mit der Beseitigung der Grenzkontrollen als symbolstarker Moment, bei dem die Landeshauptleute Weingartner und Durnwalder mit dem ei- genhändigen Heben der Grenzbalken am Brenner die voranschreitende An- näherung der Länder nördlich und südlich des Passes öffentlichkeitswirk- sam bekundeten. Nach dem EG-Beitritt der Republik Österreich, die dieses Ziel seit ca. 1967 kontinuierlich angestrebt hatte, bis es nach dem Mauerfall dann Realität wurde, war der demilitarisierte und kontrollfreie Brenner (wie auch die Grenzübergänge Winnebach und Reschen) eine enorme Er- rungenschaft. Nun, in der neuen Phase ab 1995, eröffnete die aufkeimende Euregio aber nicht nur neue Pfade der Kooperation unter erleichterten Bedingungen, sondern auch Chancen der Prävention sezessionistischer und separatistischer Bestrebungen. Neue Parteien in Südtirol wie die 1992 im Gefolge der FPÖ ge- gründeten „Freiheitlichen“ oder die bereits 1989 entstandene Union für Süd- tirol unter charismatischen Leitfiguren wie Pius Leitner oder Eva Klotz mobi- lisierten bereits um 1990 gegen die nahende Streitbeilegung und führten die Utopien eines Freistaats oder einer Rückgliederung Südtirols an Österreich in die politische Debatte ein. Das von der offiziellen Landespolitik lancierte Projekt einer Europaregion Tirol erschien im neuen politischen Kontext auch als Abwehrstrategie gegen solche, von Parteien wie den „Freiheitlichen“ oder der Union für Südtirol, aber auch dem Südtiroler Schützenbund getragenen Tendenzen der Sezession und als Alternativmodell regionaler Zusammen- arbeit wohl geeignet. Zudem diente die Europaregion der regierenden Landespolitik in Bo- zen als nützliche Sollbruchstelle gegenüber der Regierung in Rom, die der- artige grenzüberschreitende Kooperationen nicht nur missbilligte, sondern ihnen auch aktiv entgegentrat. So war – wie bereits erwähnt – die Eröffnung eines gemeinsamen Sitzes der drei Länder/Provinzen im Herbst 1995 von 24 Vgl. Michael Gehler, Der Brenner. Vom Ort negativer Erfahrung zum historischen Gedächtnisort oder zur Entstehung und Überwindung einer Grenze in der Mitte Europas 1918-1998, in: Grenzen in Europa (= Historische Europa-Studien 2), hrsg. von Ders., Andreas Pudlat (Hildesheim–Zürich–New York 2009) 145–182, hier 164 ff.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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