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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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552 Hans Heiss höchster Stelle kritisiert worden, da sowohl Ministerpräsident Carlo Azeglio Ciampi wie Staatspräsident Oscar Luigi Scalfaro im November 1995 ein kurz- fristig wirkendes, bald aber aufgehobenes Verbot bzw. ihre Missbilligung gegen das Verbindungsbüro in Brüssel aussprachen25. Zudem orteten die sich neu formierenden rechten und postfaschistischen Par- teien in Italien (und Südtirol!), zumal Alleanza Nazionale, in der Europare- gion eine Gefahr für die „Einheit des Staates“ und wollten Auslandsaktivitäten ausschließlich der Zuständigkeit der römischen Regierung unterstellt wissen. Der Durchgriff der Regierung kam der SVP-Mehrheit in Bozen, zumal Lan- deshauptmann Durnwalder, nicht ungelegen, da er sich wohl dazu eignete, um das traditionelle Feindbild Rom ebenso zu kultivieren wie die eigene Ver- teidigung der Autonomie gegenüber der Rechts-Opposition unter Beweis zu stellen. Da nach dem Aufsehen erregenden Zugriff die Führung des Brüsseler Büros kurzerhand den Handelskammern unterstellt wurde, ließ auch die Inter- vention des Staates ab, zumal eine gesetzliche Neuregelung den Weg frei gab. Aber nicht nur für den stets profilierungsfrohen Durnwalder, son- dern auch für die Tiroler ÖVP und Landeshauptmann Wendelin Weingart- ner bot die Bildung der Europaregion willkommene Reibungsflächen mit der SPÖ-geführten Bundesregierung in Wien, als Exempel eines kampfstarken und doch „europäischen“ Föderalismus nördlich und südlich des Brenners. Das auf den EU-Beitritt Österreichs 1995 und die Öffnung der Gren- ze durch das Schengen-Abkommen 1998 folgende Jahrzehnt machte deut- lich, dass sich die Europaregion für die Landesregierungen vorab als Feld der Symbolpolitik eignete, wobei die Spitzenvertreter der Länder relativ problemlos abwechselnd an die Zusammengehörigkeit Tirols und Südtirols appellierten. Dabei wurde die bewährte Flagge „geistig-kultureller Landes- einheit“ zwischen Tirol und Südtirol gehisst, unter allfälliger, wiewohl nicht kontinuierlicher Einbeziehung von Trient. Die Europa-Region zwischen 1998 und 2009 war vor allem ein Feld der Identitätspolitik, in dem über bewährte Kooperationskanäle hinaus kaum wirklich neue Impulse gesetzt wurden. Selbstverständelich verbanden Innsbruck und Bozen zahlreiche bewährte Kooperationskanäle, aber wirk- liches Neuland wurde nicht beschritten. Dem für ein verstärktes Zusammen- 25 Vgl. Werth, Raum – Region – Tirol 214.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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