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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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558 Hans Heiss in Mezzocorona 2009 in Angriff genommen und im Juni 2011 konkret gegrün- det36. Damit verfügen die drei Länder über eine Institution, die in bestimmten Bereichen effizient handeln kann und aus der Sicht der drei Landesregierun- gen den Vorzug gouvernementaler Steuerung aufweist. Das 12-köpfige EVTZ-Leitungsgremium besteht aus den drei Landes- hauptleuten, sechs Vertretern der Mehrheit und drei der Opposition. Damit ist zwar territorial und politisch eine klare Repräsentanz von Ländern und Mehrheiten gewährleistet, während die Rolle von Minderheiten und bürger- schaftlicher Basis außerhalb des EVTZ-Radius liegt. Dennoch bedeutet dieser Rahmen, dass in wichtigen Bereichen zumindest auf Regierungsebene regel- mäßig Abstimmungen getroffen werden und eine planvolle und vielfach ziel- führende Steuerung von Bildung, Forschung und anderen Themen in Angriff genommen wird. 6. Grenzen des Euregio-Einvernehmens Während also der EVTZ einen ersten ausbaufähigen Rahmen bot, wuchsen aber auch neue Barrieren. So traf die Euregio-Annäherung vor allem in den Bereichen Verkehr und Wirtschaftspolitik an harte Grenzen. In diesen Fel- dern zeigten sich die unterschiedlichen nationalen und regionalen Interes- sen in aller Klarheit und waren vielfach stärker als die Zugkraft und die soft skills der weiterhin oft aufgerufenen „geistig-kulturellen Landeseinheit“. In der Verkehrspolitik traf das in Italien, vor allem auf Seite der Frächterschaft und ihrer politischen Repräsentanten, klar markierte Interesse an einem freien, von Einschränkungen unbehinderten Warenverkehr in Österreich auf Widerstand, der sich in vielen Formen äußerte37. Nördlich des Benners galt zwar gleichfalls das Prinzip des freien Warenverkehrs, zumal seit dem Beitritt Österreichs zur EG, aber die starke Belastung wurde dort intensiver wahrgenommen und durch dynamische Bürgerinitiativen aufgegriffen, wie etwa das Transitforum Tirol mit seinem Obmann Fritz Gurgiser. An der Frage freien oder ökologisch verträglichen Transits traten die Gegensätze bereits um das Jahr 2000 rasch hervor. 36 Vgl. Woelk, Ein Jahrzehnt regionale Kooperation 212–216. 37 Vgl. Gehler, Tirol im 20. Jahrhundert 444 ff.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Titel
Die schwierige Versöhnung
Untertitel
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Autoren
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Herausgeber
Karlo Ruzicic-Kessler
Verlag
Bozen-Bolzano University Press
Ort
Bozen
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Abmessungen
16.0 x 23.0 cm
Seiten
616
Schlagwörter
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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