Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Medizin
Spital als Lebensform - Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 1
Seite - 132 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 132 - in Spital als Lebensform - Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 1

Bild der Seite - 132 -

Bild der Seite - 132 - in Spital als Lebensform - Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 1

Text der Seite - 132 -

132 Kommentare eigenen Leiden und Widerwärtigkeiten euch mit Geduld und Ergebenheit waffnet, Fried und Einigkeit liebet, und euch durchaus als gute Geschwister, als Kinder des nämlichen Vaters, der euch da gütig versorget, aufführet und verhaltet. Wie gut und schön könntet ihr da eure alten Tage zubringen und beschließen! So würde dies Bruderhaus zugleich selbst ein Gotteshaus werden; denn wo Liebe und Friede ist, da ist Gott. Wo zwey oder drey in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen, sagt der Herr“51. Auch über dem Kirchenportal waren anlässlich der Feier Sinnsprüche angebracht worden und über dem Bruderhausportal konnten die Besucher folgende programmatische Zeile mit einem Chronogramm lesen: „Wie gut und schön ist / wen Bryder in liber eintracht bey einander wohnen“52. Im Jahr 1818 verheerte der furchtbare Stadtbrand auch das Bruderhaus und zerstörte die erst vor wenigen Jahrzehnten erbaute neue St.-Sebastians-Kirche, die 1821 bereits neu geweiht werden konnte. Fünf Jahre später musste die Naturalverpflegung aufgegeben und ein Kostgeld eingeführt werden, mit dem in der Küche des Hausaufsehers Essen gekauft werden durfte. Als großer Förderer des nunmehrigen Alten- und Versorgungshauses trat wiederum Mathias Bayrhammer in Erscheinung, der in der Linzer Gasse ein Haus be- wohnte und dem Bruderhaus per 1. Mai 1844 30 neue Pfründen stiftete53. Am 10. No- vember 1898 übersiedelten auch alle Bruderhauspfründner samt den „Kommunstüblern“ in die neu erbauten „Vereinigten Versorgungsanstalten“, wo sie im eigenen „Bruderhaus- trakt“ untergebracht und aus den Mitteln des weiter bestehenden Bruderhausfonds (freie Unterkunft, Beheizung, Beleuchtung, Krankenpflege, Bedienung, Pfründengeld) versorgt wurden54. 51 Reiter, Gelegenheitsreden 10f. 52 Zit. nach Kramml, Bruderhaus 138; Weiss, Spitalgeistlicher 224. 53 Falk-Veits, Mathias Bayrhammer 191; Tettinek, Armen-, Versorgungs- und Heilanstalten 68–70 (mit falschem Datum 1845). 54 Kramml, Bruderhaus 142–146.
zurück zum  Buch Spital als Lebensform - Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 1"
Spital als Lebensform Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 1
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Spital als Lebensform
Untertitel
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
Band
1
Autoren
Martin Scheutz
Alfred Stefan Weiß
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79639-8
Abmessungen
17.5 x 24.7 cm
Seiten
432
Kategorie
Medizin
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Spital als Lebensform