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Spital als Lebensform - Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 1
Seite - 149 -
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V.2 Kärnten: Klagenfurt – Bürgerspital und Armenhaus (Kommentar Nr. 41–46) 149 Haus angeschlossene Spitalkirche konnte hingegen erst in den Jahren 1663/64 errichtet werden und dient noch gegenwärtig als Gotteshaus19. Die Verwaltung des Spitals oblag dem Magistrat, die Kontrolle hingegen den Ständen. Schwierigkeiten bereiteten auch in Klagenfurt der Rückgang der Jahreseinkünfte und da- mit die Finanzierung der alltäglichen Bedürfnisse. Bei einer im Jahr 1779 durchgeführten Untersuchung kam als Ergebnis heraus, dass man 1762 die Spitalsrealitäten nur einzeln verkauft hatte und die dafür einlaufenden Zinserträge äußerst dürftig ausfielen. Die Kom- mission empfahl sogar, die „zerstückten“ Meierschaftsgründe erneut zu erwerben und besser zu nutzen, den Keutschacher Spitalberg, der jährlich nur 8 fl. 10 kr. abwarf, sollte man hingegen rasch verkaufen. Wie üblich ließ sich die Spitalverwaltung bei der Umset- zung von gewinnorientierten Ideen meist (zu) viel Zeit, denn im Juni 1795 erhielt die Kärntner Landeshauptmannschaft von der Hofkanzlei den Auftrag, die Möglichkeiten für den Verkauf bzw. für die Verpachtung von Spitalsrealitäten zu prüfen. Im Februar 1796 hatte man die entsprechenden Gutachten eingeholt, die darauf hinwiesen, dass die Verpachtung der Meierschafts- und Dominikalgründe nicht gewinnbringend möglich sei. Günstiger sei hingegen die Veräußerung der nach dem Tod der Besitzer anheimfallenden Güter20. 19 Fräss-Ehrfeld, Geschichte Kärntens 2 639; Mak, Alltag 66f. 20 Olexinski, Armen- und Krankenpflege 56–58. Abb. 14: Klagenfurt; Bürgerspital und Bürgerspitalkirche St. Sebastian (1663/64 erbaut) in Seitenansicht (Lid- manskygasse). Dem hier gezeigten dritten Klagenfurter Spitalbau (erste Spital: 14. Jh. westlich vom Landhaus; zweites Spital: 1581 Stadtkirche; drittes Spital: 1616 als erster kleiner Bau in der Lidmanskygasse) war auch ein Friedhof angefügt (Foto: Alfred Stefan Weiß, 2011)
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Spital als Lebensform Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Band 1
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Spital als Lebensform
Untertitel
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
Band
1
Autoren
Martin Scheutz
Alfred Stefan Weiß
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79639-8
Abmessungen
17.5 x 24.7 cm
Seiten
432
Kategorie
Medizin
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